Leipzig schlägt augsburg im finish und bleibt am königsklasse-kurs

90 Minuten lang schlichen sich Zweifel durch die Red-Bull-Arena, doch dann schlug Leipzig zweimal zu und riss den Champions-League-Zug wieder aufs Gleis. Nach dem 2:1 (0:1) gegen Augsburg sind die Sachsen auf Platz vier geklettert – und haben die Saison damit wieder in eigener Hand.

Yan Diomande traf in der 76. Minute zum Ausgleich, Arthur Chaves schoss in der zweiten Minute der Nachspielzeit ins eigene Tor. Was wie ein Befreiungsschlag aussah, war harte Arbeit gegen eine Augsburger Mannschaft, die erst kurz vor Schluss zappelte.

Der plan funktionierte – bis zur 39. minute

Leipzig begann mit dem gleichen Personal wie beim 2:1 in Hamburg, presste früh, spielte schnell um die Ecke und ließ den Ball laufen. Doch die Chancen blieben halbgare Gelegenheiten: Baumgartner schoss flach vorbei, Sesko köpfte über das Tor. Und dann folgte die kalte Dusche: Robin Fellhauer schob nach einem Konter ein, Maarten Vandevoordt war chancenlos.

Die Leipziger wirkten danach wie ein Boxer, der den ersten Treffer kassiert und nicht mehr weiß, ob er jetzt draufhalten oder decken soll. Die Räume wurden enger, die Pässe ungenauer, die Körpersprache verräterisch. Augsburg verteidigte mit fünf Ketten und ließ kaum eine Lücke.

Der trainer blieb stur – und wurde belohnt

Der trainer blieb stur – und wurde belohnt

Ole Werner wechselte erst in der 66. Minute, brachte mit Benjamin Henrichs und Antonio Nusa frische Beine auf die Außenbahnen. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten: Nusa schlug eine Flanke, Diomande setzte sich gegen Uduokhai durch und hämmerte den Ball unter die Latte. Die Arena explodierte, Augsburg wankte.

Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hätte Rodrigo Ribeiro das 2:1 erzielt – sein Schuss klatschte gegen den Pfosten. Leipzig spielte weiter nach vorn, Chaves wollte eine Hereingabe von Henrichs klären, versenkte sie stattdessen im eigenen Netz. Das 2:1 war besiegelt, die Europa-League-Träume der Gäste für diesen Abend begraben.

Die tabelle lügt nicht – und leipzig liegt wieder vorn

Die tabelle lügt nicht – und leipzig liegt wieder vorn

Mit 47 Punkten hat RB nun drei Zähler Vorsprung auf Platz fünf, das Restprogramm liest sich machbar: Stuttgart auswärts, Hoffenheim daheim, dann Schlusslicht Kiel. Die direkte Qualifikation für die Champions League ist kein Wunschdenken mehr, sondern eine realistische Option. „Wir haben die Nervosität abgelegt“, sagte Werner nach dem Abpfiff, „jetzt geht es darum, die Kurve nicht mehr herauszubekommen.“

Für Augsburg bleibt die Erkenntnis, dass drei Siege hintereinander keine Trendwende sind, wenn man in Leipzig die Zweikämpfe verliert. Mit 31 Punkten ist der Klassenerhalt so gut wie sicher, doch der Sprung nach Europa rückt in weite Ferne. „Wir haben 75 Minuten alles richtig gemacht“, sagte Trainer Manuel Baum, „dann haben wir die Batterie leer gekriegt.“

Die Leipzig-Fans sangen nach dem Abpfiff „Wir fahren nach Europa“, während die Spieler sich auf der Tribüne für die Kurve bedankten. Die Saison ist noch nicht vorbei, aber das Schicksal liegt wieder in ihren eigenen Füßen. Und das ist im engen Rennen um die Königsklasse das wertvollste aller Gefühle.