Heymann vor hannover-wechsel: löwen ziehen reißleine kurz vor göppingen-knaller

Kurz vor dem Rückkehr-Drama in seine Heimat hat sich Sebastian Heymann selbst ein Bein gestellt. Der Nationalspieler wird die Rhein-Neckar Löwen verlassen – Richtung TSV Hannover-Burgdorf, trotz Vertrag bis 2027. Die Ablöse liegt laut Sport Bild im hohen fünfstelligen Bereich, der Medizincheck ist bereits passé. Für die Löwen ist der Deal ein cut: Wer nicht bei 100 Prozent mitzieht, fliegt raus.

17:53 Minuten Schnitt. Das ist Heymanns bittere Bilanz nach 27 Spieltagen. Weniger als Backup Robert Timmermeister (23:04), Lichtjahre hinter Leistungsträgern Haukur Thrastarson (40:39) und Dani Baijens (36:12). Maik Machulla spricht es offen aus: „Ich kann nicht sagen, dass Basti zu 100 Prozent über die Saison hinaus bei uns bleiben wird.“ Ein Satz, der in der Kabine hallt wie ein Schuss.

Gensheimer wollte ihn halten, machulla zieht durch

Gensheimer wollte ihn halten, machulla zieht durch

Uwe Gensheimer hatte sich noch im Dezember für seinen Rückraumkollegen verbürgt: „Er ist ein Spieler, den es so oft nicht gibt.“ Doch genau diese Seltenheit passt nicht ins Raster des aktuellen Löwen-Spiels. Machullas System lebt von Tempo, Weite, Kreislauf-Optionen – nicht von der harten Mittelblock-Deckung und dem Durchbruch aus dem Stand, für die Heymann einst steht. Der Coach formuliert es nüchtern: „Wenn du Roberto Parrondo fragst, passt er rein. Bei uns struggelt er.“

Die Konsequenz folgt auf dem Fuß. Statt sich auf das Göppingen-Derby zu konzentrieren, verhandelt Heymann mit Hannover. Juan Carlos Pastor bietet genau das: einen offeneren Angriff, mehr Freiheiten, eine Startposition. Für Heymann wäre es der erste Schritt außerhalb Baden-Württembergs – und möglicherweise die letzte Chance, sich vor der Heim-EM 2026 wieder in die Spitze zu schießen.

Die Löwen verlieren einen Kämpfer, gewinnen aber Spielzeit für ihre Philosophie. Und Heymann? Der beweist, dass manchmal der Absprung stärker ist als das Durchhalten. Heute Abend in der Glaspalast-Arena wird er trotzdem anfeuern – vielleicht schon als Hannoveraner mit Göppingen im Rückspiel.