Heymann vor hannover-wechsel: derby-comeback droht abschied

Sebastian Heymann steht mit dem Rücken zur Wand. Drei Tage vor dem Showdown in Göppingen – seiner alten Liebe – bahnt sich ein Transfer an, der ihn aus Baden-Württemberg weg und direkt in die nächste Provinz katapultiert: TSV Hannover-Burgdorf, 460 Kilometer nördlich, Vertrag bis 2029, Medizincheck schon erledigt. Die Ablöse: fünfstellig, hoch. Die Botschaft: gnadenlos.

Spielzeit statt ritterschlag

17:53 Minuten Schnitt. Weniger als Abwehrgigant Robert Timmermeister. Haukur Thrastarson und Dani Baijens teilen sich den Rückraum, Heymann darf zuschauen. „Ich kann nicht sagen, dass Basti zu 100 Prozent über die Saison hinaus bei uns bleiben wird“, sagt Maik Machulla, Chefcoach und kommissarischer Sportchef der Löwen. Kein Blatt vor den Mund, kein Rettungsanker. Der Nationalspieler hat signalisiert: Er will spielen, nicht dekorieren.

Die Ironie: Gerade erst hatte Uwe Gensheimer, nun degradiert, Heymann als „Waffe“ gelobt. Mittelblock, Wurfkraft, Eins-gegen-Eins. Doch Gensheimer spricht nicht mehr mit offiziellem Mandat, Machulla schon. Und der erklärt kühlt, dass Spielphilosophie nun mal Typen frage. Bei Roberto Parrondo oder Juan Carlos Pastor – und genau dort wartet Hannover – passe Heymann hinein. Bei Mannheim eben nicht.

Baden-württemberg ade?

Baden-württemberg ade?

Ein Wechsel nach Niedersachsen würde die erste Heimat-Lücke in Heymanns Vita reißen. Göppingen, Kronau-Östringen, alles innerhalb von zwei Stunden Autobahn. Hannover bedeutet Abschied von vertrauten Asphaltstraßen, von Familie, vom Schwäbischen. Aber auch: Chance auf 30 Minuten Spielzeit, auf neue Rollenbilder, auf eine identitätsstiftende Zweite Karrierehälfte. Der 28-Jährige schläft seit Tagen schlecht, das verrät sein Umfeld. Das ewige Warten auf den Ruf von der Bank frisst Selbstvertrauen.

Derby-Stimmung steigt trotzdem. Göppingens Fans wittern das Comeback des Lieblingssohns – vielleicht zum letzten Mal im Löwen-Trikot. Heymann selbst schreibt keine Abschiedszeilen, er schweigt. Auf dem Programm steht nur: Samstag, 19 Uhr, Stadion an der Hafenstraße. Danach? Flug nach Hannover, Vertragsunterlagen liegen bereit. Die Koffer können bleiben, sie werden sowieso neu gepackt.