Cupra raval vz: der e-sportler, der überrascht!

Kaum hatte ich das Gefühl, in einer Zeitschleife wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gefangen zu sein, konnte ich es kaum erwarten, mich endlich hinter das finale Steuer des Cupra Raval zu setzen. Umso mehr, nachdem ich bereits vor Monaten die getarnte Version testen und die Weltpremiere im April live mitverfolgen durfte. Der Raval, benannt nach dem rebellischen Viertel Barcelonas, will mit frischem Wind in der E-Mobilität für Aufsehen sorgen – ein Versprechen, das er eindrücklich einlöst.

Ein jekyll & hyde-charakter: die vz-variante im fokus

Für unseren Test stand uns die potenteste Variante, der Raval VZ, zur Verfügung. Eine mutige Entscheidung von Cupra, da diese Variante vielleicht nicht die kommerziell beliebteste sein wird. Doch für uns war es der Abschluss eines Kreislaufs, der mit dem Test der getarnten Version vor einigen Monaten begann. So konnten wir uns ein umfassendes Bild von der Fahrwerksabstimmung und der Dynamik machen, die Cupra so vehement bewirbt.

Doch bevor wir uns den Details widmen, sei eines klargestellt: Der Raval ist ein vielseitiger Wagen. Ob man sich für den VZ mit seinen 226 PS und 290 Nm entscheidet oder für die Basisversion mit 116 PS – die Entscheidung liegt beim Fahrer. Diese Flexibilität ist im Wettbewerb rar, wo man beispielsweise beim Renault 5 erst beim Alpine A290 etwas Ähnliches findet.

Die offizielle Reichweite des Raval liegt bei bis zu 446 Kilometern. Diese variiert je nach Batteriekapazität, die zwischen 300 Kilometern bei kleineren Batterien (37 kWh, LFP-Chemie) und 446 Kilometern bei größeren (52 kWh, NMC-Chemie) reicht. Die Möglichkeit, zwischen höherer Reichweite und schneller Ladegeschwindigkeit zu wählen, ist ein großer Pluspunkt.

Vehicle-to-Load (V2L): Mehr als nur ein Auto

Darüber hinaus kann der Cupra Raval dank V2L-Technologie auch als Stromquelle dienen und externe Geräte mit bis zu 3,3 kW versorgen. Die Steuerung erfolgt intuitiv über die MyCUPRA-App oder das Infotainment-System, das auch intelligente Funktionen wie den e-Route Planner und Plug & Charge für unkompliziertes Laden bietet.

Der vz extreme: sportlichkeit pur

Der vz extreme: sportlichkeit pur

Im Fall des VZ Extreme, den wir testen durften, sank die offizielle Reichweite auf 385 Kilometer, was hauptsächlich auf die sportlichen Bridgestone Potenza-Reifen im Format 225/45 R19 zurückzuführen ist. Ein kleiner Preis für den gesteigerten Fahrspaß, wie wir selbst feststellen mussten.

Denn sobald man die zivilisierte Welt hinter sich lässt und sich auf kurvige Straßen begibt, bestätigt sich, was wir bereits Monate zuvor vermuteten: Der Raval VZ ist ein CUPRA durch und durch. Das bedeutet, dass man immer mehr vom Auto will. Vorsicht ist jedoch geboten: Für unerfahrene Fahrer kann der kraftvolle Vortrieb und die ausgezeichnete Straßenlage zu einem Überraschungsmoment werden.

Der Raval bietet Launch Control für einen spektakulären Start.

Die technik: ein traktionswunder

Die technik: ein traktionswunder

Das Herzstück der sportlichen Fahrweise ist das elektronische Sperrdifferential (e-LSD), das die Kraftverteilung zwischen den Rädern optimiert und so für maximale Traktion sorgt. Ergänzt wird dies durch Kugelgelenke mit hoher Leistungsfähigkeit, eine modifizierte Lenkgeometrie mit stärkerem Nachlauf und ein erhöhter Drehpunkt. Die DCC Sport-Fahrwerksabstimmung, die 5 % steifer ist als die Standardversion, sowie eine präzisere Lenkung und eine um 15 mm gesenkte Karosserie runden das Gesamtpaket ab.

Die Möglichkeit, das ESP komplett zu deaktivieren, bietet dem Fahrer maximale Kontrolle. Das Bremssystem, das nicht nur einen natürlichen Ansprechdruck bietet, sondern auch über Lenkradwippen zur Steuerung von drei D- und zwei B-Stufen verfügt, sorgt für ein Gefühl, das an ein Einpedal-Fahren erinnert. Der One Box Bremsassistent, der die Motorbremse und das ESP kombiniert, verbessert die Verzögerung und das Pedalgefühl.

Ein Preis, der überzeugt

Nachdem wir bereits im statischen Test viele Details beleuchtet haben, kann man festhalten: Cupra ist mit dem Raval ernsthaft in der E-Mobilität angekommen. Das Fahrzeug überzeugt durch sein Design, die Digitalisierung, die Qualität, den Platz und insbesondere die Fahrdynamik. Und jetzt kommt das Beste: Der Preis ist attraktiv, denn er macht die E-Mobilität für ein breiteres Publikum zugänglich. Die Preise starten bei 26.000 Euro, der VZ Extreme kostet 40.265 Euro. Für die Dynamic-Variante bietet Cupra einen Einführungspreis von 24.200 Euro an, inklusive Plan Auto+ und Rabatten.

Die Entscheidung ist gefallen: Der Cupra Raval ist nicht nur ein weiteres Elektroauto, sondern ein Statement.