Em-enttäuschung für para-athleten: gastgeber gesucht – vergeblich!

Ein Schock für den deutschen Parasport: Die Suche nach einem Ausrichter für die bevorstehenden Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 ist gescheitert. Der Weltverband World Para Athletics musste die Suche abrupt beenden, was für deutsche Athleten wie Markus Rehm und Johannes Floors eine Saison ohne internationales Highlight bedeutet.

Die motivation leidet unter dem ausfall

„Es ist eine Tragödie, dass unsere Athletinnen und Athleten das Jahr ohne großen Höhepunkt gestalten müssen“, so Lukas Niedenzu, stellvertretender Sportdirektor im Deutschen Behindertensportverband (DBS). Die Jahresplanung liegt auf Eis und muss komplett neu ausgerichtet werden. Für die Sportler, die auf die Spiele in Los Angeles in zwei Jahren hinfiebern, bedeutet dies, intensiv und konzentriert zu trainieren – ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Eine enorme Herausforderung für die Motivation, die Niedenzu und sein Team nun annehmen wollen.

Sichtbarkeit und nachwuchsförderung gefährdet

Sichtbarkeit und nachwuchsförderung gefährdet

Bundestrainerin Marion Peters sieht neben dem fehlenden sportlichen Vergleich auch eine massive Beeinträchtigung der Sichtbarkeit. „Dass es in diesem Jahr keine EM geben wird, schadet uns massiv“, klagt sie. Gerade der talentierte Nachwuchs verliert dadurch eine wichtige Bühne, um sich zu beweisen und den nächsten Schritt auf dem Weg zu den Paralympics zu machen. Die Chance, die jungen Athleten auf internationalem Parkett zu präsentieren, ist damit vergeben.

Tashkent als hoffnungsschimmer im nächsten jahr

Tashkent als hoffnungsschimmer im nächsten jahr

Die nächste Möglichkeit für einen internationalen Vergleich bietet sich erst im kommenden Jahr bei der Weltmeisterschaft in Taschkent (Usbekistan). Erstmals überhaupt findet die größte Einzelveranstaltung im Parasport in Zentralasien statt – ein Hoffnungsschimmer für die deutschen Athleten. Doch bis dahin gilt es, die Motivation hochzuhalten und die Trainingspläne anzupassen. Die EM-Absage wirft einen langen Schatten, doch der deutsche Parasport wird sich davon nicht unterkriegen lassen.

Die Absage der EM ist nicht nur ein sportlicher Rückschlag, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Organisation von Großveranstaltungen im Parasport noch immer mit Schwierigkeiten verbunden ist. Es bleibt zu hoffen, dass sich solche Situationen in Zukunft nicht wiederholen, um den Athleten die verdiente Anerkennung und die notwendigen Möglichkeiten zur sportlichen Weiterentwicklung zu bieten.