Hertha 03 zehlendorf versinkt im torkoma – abstieg droht
Hertha 03 Zehlendorf ist nicht mehr nur tabellenletzt, sondern lebensmüde. Zehn Spiele ohne Sieg, 17 Tore in 22 Partien, acht Punkte Rückstand aufs rettende Ufer – die Zahlen sind keine Statistik, sondern ein Todesstoß.
Trainer Tilmann Käpnick sprach nach dem 0:0 gegen FC Eilenburg von „maximal enttäuschend“. Das klingt wie ein Euphemismus. Denn was in der Regionalliga Nordost geschieht, ist ein Offensivnotstand ohne Gegenentwurf. Die Berliner schießen 0,77 Tore pro Spiel – schlechtester Wert der Liga. Neun Mal blieben sie ohne Treffer. Die Chancen sind da, die Lücken auch. „Wir scheitern an uns selbst“, sagt Käpnick. Er meint: mangelnde Kaltschnäuzigkeit, vielleicht auch fehlende Klasse im letzten Drittel.

Drei gegner, ein seil
Die Saison schrumpft, der Gegner wächst. Am 25. März gastiert Spitzenreiter Lok Leipzig, drei Tage später folgt das Berliner Derby im Landespokal gegen VSG Altglienicke, ehe am 1. April Carl Zeiss Jena anreist. Käpnick nennt es „drei Bretter mit enormer Qualität“. Für Zehlendorf sind es drei Endspiele innerhalb einer Woche. Punkte sind Pflicht, Siege Lebensversicherung. Die Mathematik wird zum Gegner: 15 Punkte Rückstand auf Platz 15, nur noch acht Spieltage.
Die kleine Hertha spielt bereits ihre zweite Regionalliga-Saison nacheinander. Der Abstieg wäre nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ein Schock. Der Klub lebt von Sponsoren, vom Verkauf von Bratwurst und vom Glauben an den Underdog. Doch Glauben rettet keine Klasse. Käpnick betont, die Mannschaft habe „das Herz am rechten Platz“. Herzen gewinnen keine Spiele, Tore tun es.
Die Fans auf der Waldseite warten auf einen Befreiungsschlag, der vielleicht schon am Mittwoch gegen Lok Leipzig fallen muss. Sollte er ausbleiben, wird die Regionalliga-Nordost-Saison 2023/24 für Hertha 03 Zehlendorf zur Lehrstunde darüber, wie schnell ein Traum zur Falle wird.
