Stroppas venezia jagt den vierten: durchmarsch in serie b

Giovanni Stroppa steht vor der nächsten Meisterfeier – und sie wäre seine vierte in der Serie B. Sein Venezia führt die Tabelle mit 68 Punkten an, hat das beste Angriffsspiel der Liga (64 Tore) und kann bei zwei Siegen bis Ostern den Aufstieg fixieren. Für den 59-Jährigen wäre es der krönende Abschluss einer Karriere, die wie ein Krimi daherkommt: Eskurse, Rückkehr, Triumph – und wieder von vorne.

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Stroppa kennt diese Phase. 2017 jubelte er auf dem Piazza di Foggia, 50 000 Fans feierten den Wiederaufstieg der „Rossoneri“ nach 19 Jahren. Danach zog er den Crotone hoch, schaffte mit dem Monza den Durchbruch und führte die Cremonese zurück in die Elite. Jetzt liegt er mit dem Venezia vorne – und keiner kann seine Mannschaft stoppen. „Ich wurde wegen meiner Idee verpflichtet“, sagt er, „und ich will sie mit Zahlen untermauern.“ Das tut er. Die Serie B hat kein Team mit mehr Toren, kein Team mit mehr Siegen.

Die Transferstrategie der US-Investoren passt wie ein Handschuh zu seinem Spielverständnis: Stankovic und Plizzari sichern das Tor, Svoboda organisiert die Abwehr, Busio lenkt das Mittelfeld wie ein Dirigent. Vorne sorgen Adorante (13 Tore) und Yeboah (9) für Gefahr. Das System 3-5-2 ist kein Modetrend, sondern ein Arbeitsauftrag: „Wir wollen das Feld beherrschen“, sagt Stroppa – und zitiert Berlusconi aus seiner Milan-Zeit.

Die playoff-truppe, die keine truppe war

Die playoff-truppe, die keine truppe war

Die Karriere des ehemaligen Champions-League-Siegers als Coach verläuft nicht linear. Nach dem Aufstieg mit Crotone flog er nach sechs Spielen in Serie A raus, beim Monza reichte es trotz Finaleinzug nur für die zweite Saison. Die Cremonese holte ihn zurück, entließ ihn, rief ihn wieder – und er lieferte den Aufstieg. Diese Wandlungsfähigkeit macht ihn unverzichtbar. Venezias Präsident Antonelli kennt das Muster: „Wir haben ihn nicht wegen seiner Vergangenheit geholt, sondern wegen seiner Zukunft.“

Die Stadt spürt das. Vaporetti voll mit Fans in Orange, die Fähren nach Sant’Elena sind schwarz-rot-grün gemischt. Die Lagune trägt den Sound der Curva. Noch fehlen sechs Spieltage, doch schon jetzt ist klar: Wer Venezia stoppen will, muss mehr als drei Tore schießen – und dabei nicht einstecken. Kein Gegner schaffte das in dieser Saison.

Stroppa selbst bleibt nüchtern. Kein Pathos, keine Sprüche. Nur diese eine Feststellung: „Wenn wir die Promozione schaffen, ist sie nicht meine vierte – sie gehört dem ganzen Klub.“ Die Zahlen sagen etwas anderes: 13 Jahre, vier Klubs, vier Aufstiege. Die Serie B hat keinen besseren Aufsteiger-Experten. Und Venedig hat endlich wieder einen Grund, bis spät in die Nacht zu feiern.