Heidenheim vor dem aus? schmidt fordert reaktion – und lebenshilfe!
Der 1. FC Heidenheim steht vor einer Zerreißprobe. Am Samstag könnte das Team von Frank Schmidt bereits als erster Absteiger der Bundesliga feststehen, sollte gegen den FC St. Pauli eine Niederlage im eigenen Stadion die Konsequenz sein. Doch Schmidt will sich nicht unterkriegen lassen und ruft seine Mannschaft zu einer letzten kämpferischen Offensivleistung auf.
Die tabelle lügt – zumindest noch
Sieben Punkte trennen die Heidenheimer aktuell noch von den ambitionierten Hamburgern, die sich den Klassenerhalt ebenfalls zu eigen machen. Ein Teilsieg wäre zwar ein kleiner Schritt in Richtung Relegationsplatz, doch die Realität ist unerbittlich: Bei einer Niederlage wäre der Abstiegbesiegelt. Schmidt blickt zurück auf ein Schlüsselspiel in der Hinrunde, das die Keule für die aktuelle Misere schien zu sein. „Das war ein Wendepunkt, der uns in eine schwierige Phase katapultierte. Das sieht man noch immer an der Tabelle“, gibt er ehrlich zu.
Die Erinnerung an die Partie, in der der FCH trotz Überzahl die Punkte liegen ließ, schmerzt noch immer. Aber Schmidt und sein Team wollen sich nicht von der Vergangenheit erdrücken lassen. Stattdessen appelliert er an den Stolz und die Pflicht gegenüber der Konkurrenz. „Wir sind verpflichtet, alles zu geben, bis zum Schluss“, mahnt er.

Kaufmann, honsak, dinkci: personalsorgen belasten
Die Vorbereitung auf die entscheidende Partie wird durch zahlreiche personelle Sorgen erschwert. Mikkel Kaufmann fällt weiterhin aus, während Mathias Honsak und Eren Dinkci angeschlagen sind und somit fraglich stehen. Das Fehlen dieser Spieler schmerzt, doch Schmidt ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft auch mit reduziertem Kader eine starke Leistung abrufen kann. Besonders die Situation rund um Dinkci, dessen Lebensgefährtin eine schwere Krebserkrankung hat, berührt die gesamte Mannschaft.
Die DKMS-Aktion im Stadion am Samstag soll der Familie Dinkci und allen Betroffenen eine Unterstützung bieten. „Da kann man mit wenig Aufwand Leben retten“, betont Schmidt eindrücklich. Die Solidarität im Team ist groß, und das soll auch auf dem Platz spürbar sein.
St. Pauli mag defensiv stabil sein, wie Schmidt bemerkt, aber der FCH wird alles daran setzen, die Abwehrreihe der Hamburger zu knacken. „Wir werden klar auf Sieg spielen“, verspricht der Trainer, dessen angekündigter Abschied im Sommer 2027 kaum jemand überrascht. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem gegenwärtigen Kampf. Verkrampft in den Abstiegskampf gehen die Spieler nicht, sagt Schmidt, auch wenn die Situation seit Monaten angespannt ist. Ein wenig Spaß im Training darf aber dennoch sein.
Die Fans in der Voith-Arena werden alles geben, um ihre Mannschaft anzufeuern. Eine weitere Typisierungsaktion wird das Spiel zusätzlich emotional aufladen. „Das sind wir unseren Mitmenschen schuldig“, sagt Schmidt mit Nachdruck.
Obwohl Schmidt das Wort „Endspiel“ ablehnt, steht fest: Dieses Spiel in Heidenheim ist von immenser Bedeutung – für den FCH, für St. Pauli und für die gesamte Bundesliga. Die Spannung ist greifbar, doch der Glaube an eine Wende ist noch nicht gänzlich erloschen. Die nächste Woche wird zeigen, ob der 1. FC Heidenheim den Abstieg noch abwenden kann oder doch den bitteren Gang antreten muss. Eine Sache ist klar: Christian Schmidt und sein Team werden bis zum letzten Pfiff kämpfen.
