Heidenheim stolpert in bremen und steht am abgrund

Der 1. FC Heidenheim hat sich in Bremen selbst demontiert. Die 0:2-Niederlage schleudert die Ostalb-Truppe auf acht Punkte Rückstand zum Relegationsplatz – und die Luft ist raus.

Schmidt zerlegt eigene mannschaft

Trainer Frank Schmidt schonte nach dem Abpfiff nichts: „Das war wenig bundesligatauglich.“ Seinem Kapitän Patrick Mainka fehlten nach der Partie sogar die Worte. „Eine relativ aussichtslose Situation“, sagte der Innenverteidiger und sprach damit aus, was die Zahlen ohnehin schreien: In den verbleibenden zehn Spielen müsste Heidenheim den Lauf des Jahrtausends starten, um den Klassenerhalt noch zu schaffen.

Die Statistik ist gnadenlos. Seit sieben Partien wartet der Aufsteiger auf einen Dreier. Die Chancenverwertung mutiert zur Farce: Arijon Ibrahimovic, Omar Haktab Traoré und Stefan Schimmer scheitern aus besten Positionen, weil ihnen die letzte Konsequenz fehlt. „Wenn du diese Phase hier überstehst, kannst du die Stimmung im ganzen Stadion komplett verändern“, sagte Schmidt. „Aber dann musst du mit deinen drei Chancen in Führung gehen.“ Stattdessen kassierte Heidenheim den nächsten Schock.

Defensive ohne antwort

Defensive ohne antwort

Die Defensive wirkte orientierungslos. Keeper Frank Feller, eigentlich nur Ersatz für den erkrankten Diant Ramaj, stand wie verlassen da, als Jovan Milosevic und Romano Schmid die Räume förmlich ausspielten. Ein verschossenes Eigentor von Hennes Behrens in der 90.+7 setzte dem Debakel die Krone auf. „Wir sind an uns gescheitert und nicht an der Kulisse“, so Schmidt. Die Wahrheit: Heidenheim verliert die entscheidenden Zweikämpfe auf dem Platz und die letzte Frage außerhalb davon.

Am Samstag kommt die TSG Hoffenheim auf den Schlossberg. Für Heidenheim ist es kein Spiel mehr, sondern eine letzte Bewährungsprobe. Mainka spricht von einem „Geschenk“, diese Bühne noch zu betreten. Doch das Geschenk könnte sich schnell als Stundenlohn entpuppen. Die Bundesliga verabschiedet sich, bevor Heidenheim sich verabschieden will.