Nebel stoppt super-g-kracher in garmisch – speed-könige müssen warten

Die Speed-Könige kamen nicht mal in die Startbox. Dichte Nebelschwaden legten sich wie ein grauer Vorhang über die Kandahar-Strecke und erstickten den Super-G der Männer schon vor dem ersten Schwung – ein zweistündiges Warten, ein kurzer Befehl, dann war Schluss.

Ursprünglich sollte das Rennen um 11.45 Uhr gehen, wurde auf 12.45 Uhr verschoben, doch die Sicht blieb unter zehn Metern, das Radar zeigte nichts als weiße Suppe. Die Organisatoren um FIS-Rennleiter Markus Waldner zogen die Notbremse. Kein Super-G, keine Punkte, keine Show.

Paris sieht nur grau – italiens speed-hoffnungen begraben im nebel

Matteo Paris und die Azzurri hatten sich extra früher auf die Kanzel gelegt, die Ski auf 30° Celsius warmgestellt, um die verschneiten Passagen am Hang zu glühen. Nun stehen die Edges unbenutzt im Wachsraum. Paris‘ Traum, im Gesamtweltcup an Lucas Braathen heranzukrabbeln, bleibt erstmal ein Luftschloss – denn die 100 Punkte für einen Sieg kann ihm niemand mehr nachholen.

Die Wetterkapelle lieferte ein Déjà-vu: Schon 2019 wurde der Super-G in Garmisch wegen Nebel abgebrochen, damals hatte man noch auf Sonntag gewettet. Diesmal gibt es keinen Plan B. Die Strecke oberhalb der Hausberg-Schanze liegt in einer Wolle, selbst die Helikopter-Kamera musste auf 80 Meter Höhe aufgeben.

Kranjska gora wird zum tempo-kompensator – zwei riesenslaloms in sieben tagen

Kranjska gora wird zum tempo-kompensator – zwei riesenslaloms in sieben tagen

Die Speed-Saatta verliert einen Kristall, aber nicht die Richtung. Bereits am kommenden Wochenende geht es nach Slowenien, wo die Technik-Spezialisten in Kranjska Gora zwei Mal die Stangen umhauen. Für die DSV-Adler um Alexander Schmid heißt das: Wechsel von 110 km/h auf 70, vom langen Radius auf enges Timing – ein Handbruch für die Muskelgedächtnis.

Die FIS bestätigte sofort: Der ausgefallene Super-G wird nicht nachgeholt. Die 600 Punkte, die in dieser Disziplin noch auf dem Spiel stehen, verteilen sich auf die restlichen Stopps in Soldeu und Saalbach. Ein Sieg dort wird noch wertvoller, ein Sturz noch schmerzhafter.

Für Garmisch bleibt nur der Schalenteller Nebel als Trophäe. Und ein Satz, der in der Stammkneipe am Kurpark durchs Holz zieht: „Wenn der Berg nicht kommt, muss der Skifahrer eben warten.“ Nächste Chance, die Wolken zu durchbrechen: 2. März, Kranjska Gora – 9.30 Uhr, erste Runde Riesenslalom. Die Stoppuhr tickt, der Nebel nicht.