Gnabry-tor-doppelschlag demoliert union: bayern jetzt zwölf punkte weg
Die Roten rasen weiter. Mit einem 4:0 gegen Union Berlin hat der FC Bayern die Tabellenführung ausgebaut und wartet nun mit zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger Dortmund – bei nur noch sieben Spieltagen bis zur Meisterfeier.
Kompany lässt den ball sprechen – und seine jungs
Vincent Kompany hatte vor Wochen angekündigt, dass Ballbesitzfußball seine DNA sei. Gegen Union wurde das Mantra zur Wirklichkeit: 76 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse, null Gegenchance. Die Berliner standen tief, aber letztlich nur da, um mit anzusehen, wie Michael Olise mit dem linken Fuß abzog und Serge Gnabry per Drehschuss nachlegte. Die Halbzeitpfiffe hallten wie ein Gong durchs Stadion – 2:0, vorentscheidend.
Nach dem Seitenwechsel dauerte es vier Minuten, bis Harry Kane den dritten Streich setzte. Der Engländer verwertete eine hereingeschlagene Ecke per Kopf, seinen 24. Saisontreffer. Die Union-Abwehr wirkte wie ein Zahnrad ohne Öl: metallisch, aber starr. Gnabry legte nach, als er einen abprallenden Ball aus sieben Metern versenkte – 4:0, endgültige Demontage.

Die zahlen, die niko kovač schmunzeln lassen
Bayern hat in dieser Saison bereits neun Pflichtspiele mit vier oder mehr Toren gewonnen. Die Tordifferenz nach 27 Spieltagen: plus 65. Die letzte Saison mit ähnlicher Dominanz datiert auf die Guardiola-Ära zurück – damals allerdings ohne diesen Tempokick. Kompany hat den Gegner pressen lassen, bis die Lungen brennen, dann den Ball kurz nach hinten gespielt, nur um ihn mit erhöhter Geschwindigkeit wieder nach vorne zu schicken. Ein Modell, das die Gegner entblättert.
Union-Trainer Bo Svensson sprach von „einer Lektion in Sachen Raumaufteilung“. Seine Mannschaft kam selbst nach Standards nicht in die Nähe von Neuer. Der Kapitän stand wie ein Libero vor dem Sechzehner und startete bereits Konter, während die Gäste noch in der gegnerischen Hälfte standen. Die Berliner haben nun 34 Gegentore kassiert – bei nur 22 Toren. Die Rechnung ist simpel: Ohne Ball kommt keine Punkte.
Am Freitag gastiert Dortmund in Hamburg. Sollte der BVB patzen, winkt Bayern bereits am Wochenende die vorzeitige Meisterkrönung. Die Münchner selbst haben nächstes Wochenende Freiheit – und können entspannt zuschauen, wie der Druck auf die Verfolger wächst. Die Bundesliga ist längst keine Frage mehr, sondern eine Feststellung.
