Gijón wird zur festung: derby zwischen sporting und deportivo unter hochspannung
Die Kommission gegen Gewalt im Sport hat zugeschlagen: Das Aufeinandertreffen von Sporting Gijón und Deportivo La Coruña am Freitagabend im Estadio El Molinón gilt als hochrisikobehaftet. Die Folge: ein Sicherheitsapparat, wie ihn Asturien selten erlebt hat.
Die Entscheidung fiel nach Analyse polizeilicher Lageberichte, die auf eine erhöhte Konfrontationsgefahr zwischen den beiden Traditionslager hinweisen. Die Behörden kategorisieren die Partie bereits jetzt als „rotes Spitzenspiel“ – ein Stempel, der automatisch das verschärfte Sicherheitsprotokoll auslöst.
Tickets nur mit passport-kontrolle, gästeblock komplett isoliert
Wer ins Stadion will, muss sich auf eine Dauerschleife aus Identitätsprüfung und Taschenkontrolle einstellen. Die Vereine haben ihre Online-Kanäle um zusätzliche Verifizierungsstufen erweitert; an der Tageskasse gibt es keine Abendkasse mehr. Innerhalb des Stadions wird ein zweifacher Trennwall zwischen den Fanlagern errichtet – ein Schachzug, der bei früheren Derbys wegen Pyrotechnik und Plastikbecherhagel schon Standard war.
Außerdem: Gästefans dürfen nur mit offiziellen Bussen anreisen, deren Route zwischen Bahnhof und Arena von der Policía Nacional abgesichert wird. Verspätungen sind programmiert, die Strecke wird zeitweise gesperrt. Anwohner haben bereits eine Infokarte erhalten: „Parken verboten, Durchfahrt nur mit Ausweis.“

1.200 Beamte, zwei hubschrauber, ein eigens lagezentrum
Die Zahl spricht Bände: 1.200 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, darunter mobile Einheiten der katalanischen und madrilenischen Bereitschaftspolizei, die als Verstärker angereist sind. Zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras kreisen über dem Stadion, ein Lagezentrale in der Polizeipräfektur koordiniert Lautsprecherdurchsagen und Verkehrsleitzentralen in Echtzeit.
Der Bürgermeister von Gijón, Carmen Moriyón, appellierte in einem offenen Brief an die „Sportlichkeit“ der Anhänger und kündigte an, bei Aufruhr sofort Platzverweise auszusprechen. Die Region will vermeiden, dass sich Szenen wie 2019 wiederholen, als nach einem 2:2 randalierende Gruppen durch die Calle Corrida zogen und 18 Festnahmen folgten.
Auf dem Rasen geht es für beide Teams um Luft im Abstiegskampf. Sporting hat seit fünf Spielen nicht verloren, Deportivo ist ohne Sieg in der Rückrunde. Die Spannung ist hoch – innerhalb und außerhalb der Linien. Die Behörden wissen: Punkte kann man nachbessern, Imageschaden bleibt.
