Dgt jagt fußgänger mit smartphone: eine zersplitterte scheibe als oster-mahnmal

Die Generaldirektion für Verkehr schaltet heute ihre Oster-Kampagne – und zielt nicht auf Rasende, sondern auf Gehende. Das Ziel: alle, die die Straße überqueren, während TikTok läuft. Das Motto: „Du willst nichts verpassen – verlierst am Ende alles.“

Eine hand voller blut hält das display

Die zentrale Motiv: eine blutüberströmte Hand klammert sich an ein Smartphone mit gesprungener Scheibe. Dahinter steckt eine Zahl, die selbst erfahrene Verkehrspsychologen stoisch macht: Jeder Dritte blickt beim Überqueren aufs Display. Das Risiko, dabei überfahren zu werden, ist dreimal höher als noch vor zehn Jahren, als das größte Störgerät noch ein Discman war.

Der 30-Sekünder, der ab heute bis 13. April auf allen Kanälen läuft, spielt mit surrealem Overkill. Ein Jugendlicher tapst über den Zebrastreifen, starrt aufs Handy. Neben ihm rauscht eine Hochzeitsgesellschaft vorbei, ein Influencer wird von Paparazzi gejagt, hinten proben Tänzer ein Flashmob-Ballett. Nichts, wirklich nichts, rüttelt ihn wach – bis die Stoßstange ihn aus der Pixelwelt holt.

Produktion und echte zahlen

Produktion und echte zahlen

Produziert wurde der Spot von Be Sweet für Ogilvy; gedreht in Madrid, Color-Graded auf „erschütternd“. Die DGT liefert sofort die harte Statistik nach: 78 tote Fußgänger 2023, 34 % davon unter 30. In 42 % der Fälle lag der Unfallschwerpunkt auf Zebrastreifen. Die Message ist keine Metapher mehr, sondern Notstand.

Angelika Klein kommentiert: „Wer Sport verfolgt, weiß, dass Sekundenbruchteile über Sieg oder K.o. entscheiden. Auf der Straße entscheiden sie über Leben. Die DGT wirft den Ball zurück an uns: Kopf hoch, Handy runter. Alles andere ist Selbstausschaltung.“