Ein gerundenser im bernabéu: die kuriose geschichte von francesc xavier julià
Madrid atmet Fußballgeschichte – doch nur wenige wissen, dass in den Annalen des Real Madrid zwei Spieler aus Girona auftauchen. Einer von ihnen, Emilio Blázquez, hinterließ zumindest einen bleibenden Eindruck. Der andere, Francesc Xavier Julià, erlebte einen einzigen, außergewöhnlichen Moment im weißen Trikot – ein flüchtiger Auftritt, der durch einen historischen Streik im Jahr 1982 Einzug in die Vereinschronik fand.
Ein spieltag, der die fußballwelt erschütterte
Es war der 11. April 1982. Castellón empfing Real Madrid, ein Spiel, das eigentlich eine sichere Sache für die Madrilenen sein sollte. Doch die Spieler hatten zuvor, am 1. April, einen unbefristeten Streik ausgerufen, unterstützt von der AFE (Asociación de Futbolistas Españoles). Ihre Forderungen waren vielfältig und betrafen offene Rechnungen, die Schaffung eines Garantiefonds, die Beteiligung der Spieler an der Vermarktung ihrer Bilder und die Einhaltung bestehender Spielerverträge. Eine Situation, die die Vereinsführung vor ein Rätsel stellte: Wie sollte das Spiel bestritten werden?
Während Erzrivale Barcelona gegen Athletic Bilbao und Real Sociedad gegen Espanyol spielten, trat Real Madrid mit seiner zweiten Mannschaft, der Castilla, an. Julià, damals ein vielversprechendes Talent aus Girona, war Teil dieses ungewöhnlichen Aufgebots. <Die Partie endete mit einem knappen 2:1-Sieg für die Madrilenen, während Barcelona unentschieden spielte und Real Sociedad einen wichtigen Sieg errang – ein Spieltag, der durch die außergewöhnlichen Umstände überschattet wurde.

Von girona ins herz von madrid
Francesc Xavier Julià hatte seinen Weg von Girona, wo er bereits in der Tercera División für Furore sorgte, nach Madrid gefunden. Im März 1981 unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei Real Madrid Castilla und feierte sein Debüt nur wenige Wochen später. Er beobachtete das Aufkommen der legendären Quinta del Buitre, sah, wie viele seiner Teamkollegen in die erste Mannschaft aufstiegen – selbst sein Bruder, Narcís, war kurz davor, ebenfalls zu den Blancos zu wechseln. Doch für Julià sollte es nie über diesen einen Einsatz hinausgehen, diesen flüchtigen Moment inmitten eines historischen Streiks.
Seine Torjägerqualitäten weckten das Interesse verschiedener Vereine, darunter auch Espanyol, der Verein seiner Heimat. „Ich bin Katalane und Katalanist, aber ohne Fanatismus“, erklärte Julià damals. „Ich bin für eine Autonomie, nicht für Kleinstaaterei. Katalonien ist Katalonien innerhalb von Spanien. Ich bin Gerundenser, dann Katalane und erst danach Spanier.“
Nach seiner Zeit in Madrid führte ihn sein Weg nach Oviedo, wo er sechs Jahre lang spielte und den historischen Aufstieg in die Primera División im Jahr 1988 erlebte. Ein Aufstieg, der im Kontrast zu seinem kurzen, aber unvergesslichen Abstecher in die Welt des Real Madrid steht – ein Beweis dafür, dass selbst ein einziger Moment im weißen Trikot für immer in der Erinnerung bleibt.
Die Geschichte von Francesc Xavier Julià ist ein faszinierendes Detail in der langen und bewegten Geschichte des Real Madrid, ein Spiegelbild einer turbulenten Zeit im spanischen Fußball und ein Zeugnis für die Leidenschaft und den Kampfgeist der Spieler, die für ihre Rechte eintraten. Er, der junge Stürmer aus Girona, spielte in einem Spiel, das mehr war als nur ein Fußballmatch – es war ein Kampf um Würde und Gerechtigkeit.
