Inter bangt nach fast 40 jahren wieder vor heimischer kulisse nach titel!
Fast vier Jahrzehnte mussten die Nerazzurri zittern. Nicht um den Gewinn der Meisterschaft an sich – die Meisterschale rückt ja auch schon ins Visier –, sondern um die fast vergessene Freude, den Titel vor den eigenen Fans in Mailand feiern zu dürfen. Ein Szenario, das seit dem 28. Mai 1989, dem Tag des 2:1-Sieges gegen Neapel, in der eigenen Arena ausblieb. Matthaus‘ Last-Minute-Treffer besiegelte damals den 13. Scudetto. Seitdem, trotz sieben weiterer Titel, blieb die mathematische Meisterschaft auf dem Rasen des eigenen Stadions aus.
Ein blick zurück: die meisterschaften jenseits von san siro
Die Zeit danach war eine Achterbahnfahrt. Zunächst folgte eine lange Durststrecke, bevor die Saison 2005/06 durch den Calciopoli-Skandal eine bittere Wendung nahm. Der Titel wurde nachträglich an die Nerazzurri vergeben, doch die Feier blieb aus – die Mannschaft urlaubte, während die Entscheidung in den Gerichtssälen fiel. Das folgende Jahr, 2006/07, brachte dann einen Rekordmeistertitel mit 97 Punkten, der in Siena unter dem Jubel der Anhänger entschieden wurde. Marco Materazzi, ein Mann der Stunde, traf doppelt und besiegelte den Sieg.
Die darauffolgenden Jahre brachten weitere Triumphe: 2007/08 gegen Rom, 2008/09, als der Milan gegen Udinese verlor, und 2009/10 in Siena, inmitten des Triples. Doch die Freude, den Titel in Mailand zu feiern, blieb aus. Sogar die Meisterschaft von 2020/21, gewonnen in der Geisterkulisse wegen Corona, konnte diese Sehnsucht nicht stillen. Ein glücklicher Zufall, dass Atalanta am Tag nach dem Sieg in Crotone punktete, besiegelte den Titel.

Die hoffnung lebt: kann die inter die wartezeit beenden?
Doch jetzt scheint sich die Geschichte zu wenden. Die Inter ist auf dem besten Weg, den Titel in Mailand zu holen. Ein Gefühl, das seit Generationen Interista-Fans begleitet und das den Nervenkitzel des Endspurts noch verstärkt. Die Erinnerung an 1989 ist lebendig, die Sehnsucht ist groß. Ob dieses Mal die Sterne richtig stehen, wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Die Nerazzurri haben die Chance, eine Ära zu beenden und eine neue, glorreiche Zeit für den Verein einzuläuten. Und wenn es klappt, wird San Siro in ein Meer aus schwarz-blauem Jubel versinken – ein Anblick, den man sich jeder Interista wünscht.
Die letzten Spiele werden entscheidend sein. Die Konkurrenz schläft nicht, aber die Inter hat die Weichen gestellt. Und wer weiß, vielleicht schreibt man ja bald eine neue, unvergessliche Seite in die Geschichte des Vereins.
