Champions-halbfinale: schärer pfeift bayern – dortmund-erinnerungen schüren zweifel

München steht vor einer Zerreißprobe. Nach dem dramatischen 4:3-Sieg gegen Mainz richtet sich der Blick nun auf das Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain. Doch die Freude über den Einzug wird von der Vergabe des Schiedsrichterpfiffs getrübt: Sandro Schärer aus der Schweiz wird am Dienstag in Paris das Zepter führen – und damit Erinnerungen an frühere, weniger glückliche Auftritte wachrufen.

Ein schiedsrichter mit vergangenheit

Für den FC Bayern ist es die Chance, erstmals seit 2020 wieder ins Champions-League-Finale einzuziehen, das in der Puskas Aréna in Budapest ausgetragen wird. Schärer hat bereits zwei Bayern-Spiele gepfiffen, darunter der 2:0-Erfolg gegen Lokomotiv Moskau in der Saison 2020/21. Weitaus kritischer in Erinnerung geblieben ist jedoch das Viertelfinal-Hinspiel der vergangenen Saison gegen Inter Mailand, das die Bayern in München unglücklich mit 1:2 verloren. Das Rückspiel endete torlos, das Aus war besiegelt. Ein schlechtes Omen also?

Thomas Müller brachte Schärer bereits 2021 zur Weißglut, ein Fakt, der nun am Münchner Trainingsplatz für Gesprächsstoff sorgt. Aber die Kontroverse geht noch weiter.

Dortmund-affäre: sprachbarriere und vorwürfe

Dortmund-affäre: sprachbarriere und vorwürfe

Auch in Deutschland ist Schärer kein Unbekannter. In der vergangenen Saison leitete er das Achtelfinal-Rückspiel zwischen Borussia Dortmund und OSC Lille, das die Dortmunder mit 2:1 gewannen. Der Lille-Präsident Olivier Letang wetterte nach dem Spiel öffentlich: „Als es um die Bestimmung des Schiedsrichters ging, sah ich, dass er Deutsch-Schweizer ist. Das fand ich schon ziemlich speziell.“ Er fügte hinzu, dass Schärer während der Halbzeitpause ausschließlich mit den Dortmunder Spielern auf Deutsch kommuniziert habe. Ein Verhalten, das für zusätzliche Verunsicherung in Paris sorgen könnte.

Schärer selbst beschreibt sich als ehemaligen „Schwierigen“. Der 37-Jährige war einst als aktiver Spieler für sein unkonventionelles Verhalten bekannt. Die Ansetzung für das Halbfinale wird daher in München mit Argwohn betrachtet. Vincent Kompany und sein Team werden sich am Dienstagabend in Paris (21 Uhr) in einer hochbrisanten Partie beweisen müssen, wobei die Augen nicht nur auf das Geschehen auf dem Rasen, sondern auch auf den Schiedsrichter gerichtet sein werden.

Der parc des princes im visier

Der parc des princes im visier

Die Spannung vor dem Hinspiel ist immens. Die Erinnerungen an die Vergangenheit, gepaart mit der Bedeutung des Spiels, lassen die Partie zu einem Nervenspiel werden. Ob Schärer den Erwartungen gerecht werden kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Bayern müssen sich auf einen Kampf einstellen – sowohl gegen PSG als auch gegen die Vergangenheit.