Neujahrs-desaster für madrid: ehemaliger stürmerstarschütze espanyols im rampenlicht
Ein frostiger Jahresabschluss für die Königlichen: Real Madrid erlebte am 31. Dezember 1950 eine Demütigung beim Auswärtsspiel gegen Espanyol – ein 7:1, das in die Annalen des Vereins als einer der größten Pokal-Fiaskos einging. Doch während die Madrilenen den Abend bitter aufnahmen, feierte ein ehemaliger Spieler einen triumphalen Auftritt: Francisco Javier Marcet Mudo, ein Name, der in dieser Nacht für Kopfschmerzen bei den Gästen sorgte.

Marcets chilena und die verärgerte schiedsrichter-nase
Drei der sieben Tore für Espanyol trug Marcet bei, ein Mann, der den Verein einige Monate zuvor verlassen hatte. Besonders sein erster Treffer, der 2:0-Ausgleich, ging in die Geschichte ein – ein waghalsiger Chilena-Schuss, der den Ball nicht nur im Netz, sondern auch beinahe die Nase des Unparteiischen traf. Ein Moment, der das Spiel und die Stimmung auf dem Platz zusätzlich anheizte.
Marcets Karriere begann in Terrassa, Katalonien. Seine fußballerische Ausbildung erhielt er in den Mauern des Jesuitenkollegs in Tudela, wo bereits die ersten Ansätze seines späteren Torinstinkts deutlich wurden. Der Umzug seiner Familie nach Barcelona führte ihn schließlich zum FC Barcelona, wo er als Amateur zwar die spanische Meisterschaft verpasste – die bittere 0:3-Niederlage im Finale von San Mamés 1945 gegen Indautxu, als er gerade mal 16 Jahre alt war, verfolgte er jedoch nie.
Neben seinem Talent auf dem Platz bewies Marcet auch im Hörsaal Engagement. An der Universität Deusto gelang es ihm, Studium und Fußball zu verbinden, wobei er nicht nur mit Toren, sondern auch mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften glänzte. Ein Sommer in Castellón brachte ihn in Kontakt mit dem Zweitligisten La Plana, wo er in sieben Spielen sechs Tore erzielte – eine Leistung, die aufhorchen ließ.
Die kurze, aber prägende Zeit in Madrid
Im August 1948 zog es Marcet schließlich nach Madrid, wo er als Amateur anheuerte und ein Jahr später einen professionellen Vertrag erhielt. Sein Debüt für die Königlichen erfolgte am 17. Oktober 1948 mit einem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Valladolid. Trotzdem war seine Zeit in Madrid von nur zwei Saisons und lediglich zwei Toren in 13 offiziellen Spielen geprägt. Ein kurzes Intermezzo, das ihn jedoch zurück zu seinem Herzensverein, Espanyol, führte.
Dort angekommen, wurde er zunächst als Innenverteidiger eingesetzt, was ihm die Anpassung erschwerte. Doch mit der Zeit fand er zu alter Stärke zurück und erzielte in seiner ersten Saison 18 Tore, darunter ein Hattrick gegen seinen Ex-Verein, Real Madrid, im erwähnten 7:1-Debakel. Unter der Leitung von Trainer Alejandro Scopelli entwickelte sich Espanyol zu einer schlagkräftigen Mannschaft, die als „Espanyol del oxígeno“ bekannt wurde – eine Anspielung auf die Sauerstoffflaschen, die Scopelli während der Halbzeitpause an seine Spieler verteilte, um sie wieder aufzufrischen.
Marcet, der unter dem Spitznamen „Coco“ bekannt war, wurde zu einem unverzichtbaren Bestandteil dieser Mannschaft. Sein Intellekt und seine Spielintelligenz waren entscheidend für den Erfolg von Espanyol. Für die spanische Nationalmannschaft bestritt er lediglich drei Länderspiele, darunter ein Debüt in Stockholm gegen Schweden und ein Doppelpack gegen Belgien in Kortrijk. Sein Karriereweg fand jedoch ein abruptes Ende nach diesem erfolgreichen Doppelpack.
Francisco Javier Marcet Mudo verstarb am 14. Oktober 2016 in Barcelona im Alter von 86 Jahren. Ein Spieler, dessen Name für immer mit dem historischen 7:1-Spiel gegen Real Madrid und dem „Espanyol del oxígeno“ verbunden sein wird.
