Zwayer zur wm: kircher verteidigt nominierung – „glück des tüchtigen“

Die Debatte brodelt, doch Knut Kircher, der Leiter der deutschen Schiedsrichter, hält eisern zu Felix Zwayer. Die Nominierung des Berliners für die WM in den USA, Mexiko und Kanada wird von Kircher als „höchst verdient“ und keine Überraschung bezeichnet – eine klare Ansage angesichts der kontroversen Diskussionen über Zwayers Vergangenheit.

Ein schiedsrichterprofil im wandel

Ein schiedsrichterprofil im wandel

„Er ist sehr professionell in seiner Einstellung auf und neben dem Platz“, erklärte Kircher dem SID am Freitag. Die Grundlage für Zwayers Erfolg seien „sehr, sehr hohe Grundlagen von Fitness, Regelkenntnis und Spielvorbereitung“, die ihn national und international auszeichnen. Kircher betonte zudem die „sehr hohe Entscheidungsqualität“ des 44-Jährigen und seine „sehr souveräne Kommunikation auch bei unpopulären Entscheidungen“. Ein Mut, der in der heutigen Fußballwelt selten zu finden ist.

Natürlich räumte Kircher ein, dass Zwayer „polarisiert vielleicht ein Stück aus der Vergangenheit“. Doch er konterte: „Seine Nominierung ist aber ‚höchst verdient‘ und Ausweis einer ‚sehr positiven Entwicklung über Jahre‘.“ Das ist keine leere Worthülse, sondern ein Bekenntnis zu einem Schiedsrichter, der aus Fehlern gelernt hat und sich neu positioniert hat. Die Nominierung von Robert Kempter und Christian Dietz als Zwayers Assistenten sowie Bastian Dankert als Video-Assistent unterstreicht die Tiefe des Vertrauens in das deutsche Schiedsrichterteam.

Die FIFA hat sich für Zwayer entschieden. Und Kircher fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Schiedsrichterei ist nicht nur Erfolg einer guten Basis, am Ende des Tages gehört auch Glück dazu. Er hat dann auch das Glück des Tüchtigen – wie sein Vorname es schon sagt.“ Ein wohlmeinender Seitenhieb, der zeigt, dass auch in der Welt des deutschen Fußballs Humor nicht zu kurz kommt. Die WM wird zeigen, ob Zwayer dieses Glück auch auf dem Feld nutzt und ein Zeichen setzt.