Jeddeloh ii verzichtet auf 3. liga: „kleiner dorfverein“ stoppt eigenen traum

Der SSV Jeddeloh II hat die Lizenz für die 3. Liga nicht beantragt – und das, obwohl die Mannschaft von Björn Lindemann nach der Hinrunde auf Tabellenplatz drei thront. Die Frist beim DFB verstrich am Montag ohne Einsendung der Papiere. Am Dienstag folgte die Erklärung des Klubs: „Als kleiner Dorfverein stehen wir vor strukturellen Herausforderungen, die einen Schritt in die 3. Liga nicht zulassen.“

Keine arena, kein aufstieg

Die Haskamp-Arena fasst gerade einmal 2000 Zuschauer, die Anforderungen der 3. Liga sind laut Verein „in keiner Weise erfüllbar“. Ein dauerhafter Umzug wäre „organisatorisch, logistisch und wirtschaftlich nur sehr schwer zu realisieren“. Der Brand der Sporthalle vor anderthalb Jahren habe die Infrastruktur weiter geschwächt. Die Entscheidung sei daher kein Mangel an Ehrgeiz, sondern „Verantwortung gegenüber unserem Verein“.

Die Spieler erfuhren es intern vor Weihnachten. Kapitän Kasra Ghawilu hatte trotzdem öffentlich den Titelkampf angekündigt – ein Sturm im Wasserglas. Denn hinter den Kulissen war die Richtung längst klar. Geschäftsführer Gerhard Meyer und Trainer Lindemann hatten bereits Ende 2025 durchblicken lassen, dass der Drittliga-Traum ruht.

Pokal-halbfinale als neue zielmarke

Pokal-halbfinale als neue zielmarke

Nun richtet sich der Blick auf den niedersächsischen Landespokal. Am 16. April trifft Jeddeloh II im Halbfinale auf den Drittligisten TSV Havelse. Der Sieger zieht in den DFB-Pokal ein – ein Trostpreis, der plötzlich ganz groß wirkt. Die Regionalliga bleibt, die Kasse wird geschont, und die Fans können sich auf eine Saison ohne Abstiegsangst freuen. Manchmal ist der bewusste Rückschritt der einzige Weg, um nicht zu zerbrechen.