Inter mailand schreibt geschichte: erster gewinn unter oaktree

Das Aus gegen Bodø/Glimt schmerzt. Sportlich gesehen war es eine Blamage, die noch lange nachhallen wird. Aber während die Fans noch über das Scheitern in Europa diskutieren, zeichnet die Buchhaltung von Inter Mailand ein völlig anderes Bild – eines, das die Nerazzurri noch nie zuvor gesehen haben.

Der erste gewinn in der geschichte des klubs

Zum 30. Juni 2025 schloss Inter das Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 35 Millionen Euro ab. Klingt nach einer trockenen Zahl. Ist es aber nicht. Es ist das erste Mal in der gesamten Klubgeschichte, dass Inter schwarze Zahlen schreibt. Das ist keine Kleinigkeit – das ist ein Systemwechsel.

Der Kontext dahinter ist bekannt, aber er verdient Wiederholung: Als Oaktree Capital den zahlungsunfähigen Zhang ablöste und Beppe Marotta die operative Führung übergab, war die Botschaft aus Los Angeles unmissverständlich. Kein Schuldenmachen mehr. Nachhaltigkeit über alles. Mittelfristig profitabel werden. Und jetzt, weniger als zwei Jahre später, ist genau das eingetreten.

Was die projektionen bis 2026 verraten

Was die projektionen bis 2026 verraten

Journalist Marco Iaria von der Gazzetta dello Sport hat die Bilanzdaten analysiert und die Projektionen bis zum 30. Juni 2026 unter die Lupe genommen. Das Modell, das Oaktree aufgebaut hat, scheint tragfähig zu sein – auch wenn sportliche Rückschläge wie das Bodø-Debakel Einnahmen kosten. Die Champions-League-Prämien fehlen jetzt. Das ist real. Trotzdem bleibt die Struktur stabil.

Was das bedeutet: Inter ist nicht mehr der Klub, der sich mit fremdem Geld Champions kauft und dabei die Bilanz ignoriert. Die Ära Zhang war glamourös, ja – aber sie war ein Kartenhaus. Oaktree hat das Fundament neu gegossen. Langsam, ohne große Fanfaren, aber konsequent.

Marotta als architekt einer neuen nerazzurri-logik

Marotta als architekt einer neuen nerazzurri-logik

Man muss Marotta lassen, was Marotta gebührt. Der Mann hat bei Juventus bewiesen, dass er Klubs neu aufstellen kann. Jetzt macht er es bei Inter – unter deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen und mit einem Fonds im Rücken, der Rendite vor Romantik stellt. Das Ergebnis ist ein Inter, das weniger spektakulär einkauft, aber strukturell gesünder dasteht als seit Jahren.

Das Aus in der Europa League gegen einen norwegischen Klub bleibt ein dunkler Fleck. Aber ein Fleck auf einem Trikot, das zum ersten Mal seit Jahrzehnten wirklich bezahlt ist.