Fortuna düsseldorf vor sechster pleite: dresden reist mit killer-instinkt an

Um 18.30 Uhr rollt der Ball in der Merkur Spiel-Arena, aber für Fortuna Düsseldorf geht es um weit mehr als drei Punkte. Fünf Niederlagen in Serie, die harmloseste Offensive der Liga – und jetzt kommt Dynamo Dresden mit Vincent Vermeij, der gegen seine alten Kollegen schon mal den Sack zugemacht hat. Wenn es heute erneut kracht, stellt der Klub den Negativrekord aus 2011 ein.

Die angst vor der sechs

Trainer Alexander Ende muss auf Satoshi Tanaka und Sima Suso verzichten – beide Muskelbündelriss, beide zuletzt die einzigen Impulsgeber im Umschaltspiel. Ohne sie bleibt ein Kollektiv, das erst 27-mal einnetzte, obwohl die Statistik 38,9 Tore versprach. Kein Zweitligist verfehlt seine xG so brutal wie die Fortuna. Ende sprach gestern vom „fehlenden Killerinstinkt“, meinte aber wohl eher: Wir treffen einfach kein Tor mehr.

Die Historie macht die Lage nicht besser. Elf Zweitliga-Duelle mit Dresden, nur zwei Siege. Und der letzte gemeinsame Nachmittag? Ende saß noch auf der Bank von Preußen Münster, kassierte ein 0:6 – sein bisheriges persönliches Debakel. „Die Zahlen interessieren mich heute nicht“, sagt er. Aber sie jagen ihn.

Dresden reist mit vollgas

Dresden reist mit vollgas

Während Düsseldorf die Lunte riecht, brennt bei den Sachsen das Lagerfeuer. 22 Punkte aus 13 Rückrundenspielen, nur 13 Gegentore – beste Defensive der Liga seit Januar. Ben Bobzien war in neun Partien an acht Treffern beteiligt, Vincent Vermeij verwandelt fast jeden dritten Schuss. Genauer: 29 Prozent seiner Abschlüsse landen im Netz. Im Hinspiel traf er gegen die Fortuna, feierte vor der Kurve, die ihn einst jubelte. „Ein besonderes Gefühl“, sagt er, „aber ich bin Profi.“

Trainer Thomas Stamm will den Rythmus halten. „Wir haben nichts geschenkt bekommen, wir haben es uns erarbeitet.“ Die Expected-Goals-Statistik bestätigt: Dresden erzielte 49 Tore bei 40,2 xG – ein Plus von 8,8 Treffern, Liga-Spitze. Aus Düsseldorf kommt dagegen nur ein Seufzen.

Wo man live miterlebt, wie der krater tiefer wird

Wo man live miterlebt, wie der krater tiefer wird

Sky zeigt die Partie exklusiv, im Stream und auf dem Sender. Wer keine Karte hat, hält sich am Sport1-Liveticker fest – oder schaltet kurz vor 20 Uhr das Radio ein, wenn die Stimme des Reporters vielleicht schon verrät, dass der Vereinsrekord gebrochen ist. Free-TV? Fehlanzeige. Aber das ist für Fortuna-Fans momentan das geringste Problem.

Bei einer weiteren Niederlage würde Düsseldorf auf 29 Punkte abrutschen, nur noch drei vor dem Strich. Die restlichen Termine: Hannover, Kiel, Rostock. Kein Gegner verschenkt was. Ende sagt: „Wir müssen endlich wieder mutig werden.“ Die Uhr tickt. Die sechste Pleite liegt in der Luft – und mit ihr vielleicht der Abstieg.