Wembanyama bleibt in portland wohl in der kabine – jetzt muss fox endlich liefern

Die San Antonio Spurs reisen ohne ihren Superstar. Victor Wembanyama kippte in Spiel 2 mit dem Kinn aufs Parkett, die Diagnose lautete Gehirnerschütterung – und damit droht in der Nacht auf Samstag die erste Playoff-Pleite ohne den Franzosen. Portland rieht Blut.

De’aaron fox steht vor der stunde der wahrheit

18,6 Punkte, 6,2 Assists. Das ist kein All-Star-Resümee, das ist ein Stellenabbau. Fox wurde vor über einem Jahr als Co-Star geholt, um genau diese Situation abzufedern. Stattdessen wirkt er wie ein Turbo-Guard, der plötzlich mit Handbremse fährt. Die Zahlen erinnern an seine Zweitjahres-Saison – nur damals durfte er noch Kings-Lotterie spielen, nicht Meisterschaft.

Die Spurs waren mit Wemby 17 Punkte pro 100 Possessions besser. Ohne ihn ein Play-In-Klub. Die Trennung war in Spiel 2 brutal sichtbar: 14 Punkte Vorsprung, dann ein 27-12-Run der Blazers im Schlussviertel. Fox verschwand, Kornet konnte den Ring nicht verzäumen, die jungen Guards verloren sich in einem Wald aus Holiday-Camara-Wechseln. Portland schaltet jetzt aggressiver, weiß, dass kein 2,24-Meter-Gespenst mehr die Passing-Lanes verstopft.

Coach johnsons kleine lineup-revolution

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Mitch Johnson setzte in Spiel 2 auf Carter Bryant – 1,98 Meter, Rookie, Fünf. Ein Small-Ball-Experiment, das gegen Robert Williams III wie ein Matchup-Fehler aussah. Williams eroberte 6 Offensiv-Rebounds in 23 Minuten, zerlegte die Spurs unter den Brettern. Dahinter warten mit Olynyk, Biyombo und Plumlee drei weitere Bigs auf Stuhl Nr. 12 bis 14. Fragt sich nur: Wurde Plumlee im Februar geholt, um im April die Jacke zu halten?

Kornet wird starten, das steht fest. Er stellt den Ring sicher, trifft aus dem Short Roll, versenkt aber keinen Dreier – ein Luxus, den Wemby selbstverständlich machte. Die halbe Offense läuft über seine Schwerkraft. Ohne ihn müssen Castle und Harper aus dem Stand lernen, wie man sich in einem engen Halbfeld selbst erzeugt. Castle war in Spiel 2 im vierten Viertel 0/5, Harper 1/4. Die Zahlen schreien nach Erfahrung, die Fox liefern sollte.

Die playoff-realität trifft san antonio härter als gedacht

Die playoff-realität trifft san antonio härter als gedacht

Die Spurs gewannen in der Regular Season 12 von 18 Spielen ohne Wembanyama – gegen Denver, Lakers, Clippers. Das beruhigt nur auf dem Papier. Playoff-Basketball ist ein anderes Geschwindigkeitslimit. Portland wechselt alles, schaltet auf Fox, lässt ihn in Isolation gegen Holiday arbeiten. Die Uhr tickt lauter, die Lücken werden enger. Fox braucht keine 30 Punkte, er braucht die richtigen 30 Sekunden.

Wembanyama sitzt laut Protokoll mindestens 24 Stunden still, dann beginnt das Return-to-Play-Verfahren. Ein Einsatz in Spiel 3 gilt als sehr unwahrscheinlich. Die Spurs haben 48 Stunden, um einen Gameplan ohne Gravitation zu schreiben. Die Alternative: eine 1-2-Serie, ein Flug nach Texas mit dem Gespenst einer schlimmeren Verletzung im Gepäck.

Fox sagte nach Spiel 2: „Wir haben genug, um auch ohne ihn zu gewinnen.“ Die Worte klangen wie ein Mantra, das niemandem einlullt. Portland glaubt es nicht. Die Zahlen glauben es nicht. Jetzt muss Fox es selbst glauben – und beweisen.