Fischtown zerquetscht iserlohn und hält berlin in atem

5:0 – ein Schlusspunkt mit Sahne, zwei Tore ins leere Tor, und die Pinguins atmen wieder. Bremerhaven hat den K.o. in die Pre-Play-offs noch einmal verpasst, doch die Rechnung ist gnadenlos simpel: zwei Spiele, zwei Siege, und Berlin muss zittern.

Tor-blockade nach ingolstadt-desaster

Kristers Gudlevskis war es sichtlich peinlich, wie er nach dem Abpfiff zugab: „Wir haben nur unsere eigenen Spiele in der Hand.“ Das klang nach Standard-Phrasen, aber es ist Programm. Nach dem 2:3 gegen Ingolstadt drohte die Saison zu kippen, die Defensive wirkte ratlos. Drei Tage später stand dieselbe Abwehr wie eine Wand: 29 Schüsse der Roosters prallten ab oder landeten im Fanghandschuh. C. J. Smith traf in doppelter Überzahl, Philip Bruggisser schlug im Kurzschluss nach einem Bounce aus dem Nichts zu. Die Tore fielen ausgerechnet in Phasen, in denen Iserlohn drückte – ein Muster, das Trainer Alexander Sulzer gezielt einstudiert hatte.

Die Zahl, die Berlin zittern lässt: 2 Punkte. Genau so viel fehlen die Pinguins auf Rang sechs, und die Eisbären müssen am Freitag in München ran, während Bremerhaven bei den Nürnberg Ice Tigers auftaucht. Die Berliner haben die schwerere Restprogramm, das weiß auch Manager Peter Lee: „Wir brauchen keine Wunder, nur zwei komplette 60-Minuten-Leistungen.“

Conrad und miele treiben die uhr runter

Conrad und miele treiben die uhr runter

Colt Conrad und Andy Miele sind die Zeitwandler dieses Kaders. Als die Roosters beim 0:3 alles nach vorne warfen, blockten sie zusammen vier Schüsse in 38 Sekunden, bevor Ludwig Byström das 4:0 erzielte. „Wenn die Alten laufen, ziehen die Jungen mit“, sagt Sulzer und deutet auf die 19 Jahre alten Nachwuchskräfte, die in dieser Saison durchgestartet sind. Die Chemie stimmt, und das ist kein Zufall: In den letzten fünf Spielen kassierte Bremerhaven nur sehen Gegentore – Tendenz fallend.

Für Iserlohn ist die Pleite die fünfte in Serie, die Roosters sind Tabellenletzter und damit moralisch schon im Sommerurlaub. Die Pinguins dagegen spüren den Schwung, der sie vor Jahresfrist noch ins Finale katapultiert hatte. Die Eisarena an der Weser ist für Freitag restlos ausverkauft, 4.800 Fans wollen das Finale gegen Dresden mit anschließendem Berlin-Panic-Mode erleben.

Die Saison wird entschieden in 120 Minuten Eiszeit. Gewinnen die Pinguins beide Spiele, ist Platz sechs kein Wunschdenken mehr, sondern reine Mathematik. Dann dürfte Gudlevskis‘ Satz von Magenta-TV als Mantra in die Geschichte eingehen: „Dann sehen wir, wofür es reicht.“ Reicht es für die große Überrasung, wird Bremerhaven wieder ganz oben in der DEL-Karte stehen – und nicht nur als Geheimtipp.