Fc augsburg: angst vor dem sommer-debakel?
Der FC Augsburg hat sich in eine unangenehme Situation manövriert. Nurmehr einen Punkt aus den jüngsten vier Partien hat die Mannschaft von Trainer Manuel Baum denKlassenerhalt noch nicht gerahmt. Und die Geschichte der letzten Jahre lässt wenig Gutes erahnen: Sobald die Rettung feststeht, scheint der Motor der Fuggerstädter abzukühlen.
Die masche der nachlässigkeit
Es ist ein Muster, das sich in den letzten Jahren immer wieder wiederholt. Die Jahre 2018/19, 2020/21 und 2021/22 – in all diesen Saisons ließ der FCA nach dem Erreichen der 40-Punkte-Marke deutlich nach. Die Punktetafel wurde zunehmend unattraktiver, und die Mannschaft beendete die Saison mit einem Gefühl der Unzufriedenheit. Letztes Jahr waren es nur vier Punkte aus den letzten sechs Spielen, davor drei unter Jess Thorup und fünf unter Enrico Maaßen. Eine ironische Wendung des Schicksals, denn bei sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wäre diese magere Ausbeute ausreichend gewesen, um die Klasse zu halten. Aber der Anspruch ist höher.
Manuel Baum versucht nun, dieser gefährlichen Entwicklung entgegenzuwirken. „Wir haben eine Kultur entwickelt, in jedem Spiel gierig auf drei Punkte zu sein“, so der Trainer, der die Trainingsintensität erhöhen und die Freude am Sieg bis zum Schluss aufrecht erhalten will. Eine ehrgeizige Aufgabe, angesichts der mentalen Blockade, die in der Vergangenheit immer wieder auftrat. Es geht darum, die Disziplin und den Fokus zu bewahren, selbst wenn die Last der Erwartung geringer wird.

Comeback-hoffnung und personalsorgen
Das bevorstehende Heimspiel gegen Hoffenheim am Freitagabend bietet die Chance, die 40-Punkte-Marke zu knacken und den Trend zu durchbrechen. Allerdings muss Baum auf Keven Schlotterbeck, der gelbgesperrt ist, verzichten. Hier könnte der eigentliche Kapitän, Jeff Gouweleeuw, in die Bresche springen. Der Routinier, der nach einer Innenbandverletzung am Knie zuletzt wieder im Kader stand, könnte sein Comeback in der Startelf feiern. „Jeff ist seit drei, vier Wochen wieder voll dabei, er oder Noki Banks sind die Optionen“, so Baum.
Neben Schlotterbeck fehlen dem Team noch Yannik Keitel (Schleimbeutelentzündung) und Chrislain Matsima, dessen Rückkehr nach einem Sehnenriss im Oberschenkel noch ungewiss ist. Positiv hingegen ist, dass Fabian Rieder nach seiner starken Premiere auf der Doppelsechs weiterhin eine Option darstellt. Die Konkurrenz im Team ist groß, und Baum hofft, dass dies der beste Weg ist, um ein schwaches Saisonende zu vermeiden. Denn eines ist klar: Der FCA muss sich jetzt beweisen, um nicht wieder in die Falle der Nachlässigkeit zu tappen.
Das Spiel gegen Hoffenheim, ein Gegner, der bereits in der Vorsaison unter Sandro Wagner den Sack zugemacht hat, wird eine Standortbestimmung. Baum sprach von einem „nächsten Kracher zu Hause“, aber die Realität sieht anders aus. Hoffenheim gehört zwar nicht mehr zu den Top-Teams, aber die Augsburger müssen sich wehren und zeigen, dass sie gelernt haben, die mentale Herausforderung zu meistern. Die Vergangenheit mahnt, aber die Zukunft liegt in den eigenen Händen.
