Eintracht stolpert erneut: 0:0 in hamburg versetzt europäischem traum einen dämpfer

Die Eintracht kommt einfach nicht weg vom Millerntor. 0:0 in Hamburg, der vierte Auswärtsflop in Folge – und schon steht der Europacup wieder ein gutes Stück weiter weg. Frankfurt dominierte 65 Prozent Ballbesitz, doch aus dem Kollektiv kam kein Funken. St. Pauli traf zweimal den Pfosten, Frankfurt traf gar nichts.

Riera fordert tempo, sein team bleibt lahm

Albert Riera schüttelte sich sichtlich, als er nach Abpfiff auf der Pressekonferenz Platz nahm. „Mit dem Ball müssen wir viel geschickter werden“, sagte der Coach, der seit seiner Amtsübernahme drei Auswärtspartien absolviert – und kein einziges Mal gewann. Die Zahlen sind gnadenlos: Nur drei Siege aus 13 Gastspielen, neun Punkte Rückstand auf Rang sechs. Die Europa-League-Realität rückt in weite Ferne.

Jonathan Burkardt sprach es offen aus: „Wir haben zu viel außenrum gespielt.“ Der Satz klingt wie ein altes Lied, das seit Wochen durch die Kabine geht. Frankfurt ist in dieser Saison das Team der horizontalen Pässe, nicht der vertikalen Durchbrüche. Gegen die tiefstehende Pauli-Blockade fehlten Laufwege, Tempo und die entscheidenden Meter im Rücken der Abwehr.

St. pauli feuert sich mit aluminium-glück an

St. pauli feuert sich mit aluminium-glück an

Die Hamburger dagegen lebten von ihrer Unbekümmertheit. Tomoya Ando servierte mit dem Hinterkopf, Mathias Pereira Lage knallte den Ball gegen den linken Pfosten. Kurz darauf traf Danel Sinani den rechten – zwei Mal Metall, ein Mal Jubel. „Wir müssen auf dem Gaspedal bleiben“, hatte Trainer Alexander Blessin vor der Partie gefordert. Sein Team folgte, lief mehr, grätschte mehr, wollte mehr. Der Lohn: vier Punkte Vorsprung auf Wolfsburg, Tabellenplatz 15, erste kleine Atempause im Abstiegskampf.

Frankfurt hingegen taumelt von Punktspiel zu Punktspiel. Die Leidenschaft ist da, die Idee fehlt. Riera versuchte es mit einem Systemwechsel auf 3-5-2, doch selbst die zusätzliche Person im Mittelfeld half nicht, die letzte Verteidigungslinie zu sprengen. Die Statistik ist ein Spiegel: erst 19 Torschüsse insgesamt, nur fünf davon innerhalb des Strafraums.

Die auswärtsmisere wird zur mentalitätsfrage

Es ist nicht mehr nur ein taktisches Problem, es ist eine Frage der Mentalität. Wer auswärts nur drei Mal gewinnt, reist nicht nur ohne Punkte, sondern auch ohne Selbstvertrauen. Die Rückrunde ist erst zehn Spieltage alt, doch der Abstand nach oben wächst. Wer jetzt nicht dreht, muss im April um die Conference League bangen.

Für St. Pauli war es der vierte Unbesiegtheitstag in Serie. Der Millerntor-Kult wird lauter, die Hanseaten spüren: Der Klassenerhalt ist kein Wunschdenken mehr, sondern ein realistisches Projekt. Für Frankfurt bleibt nach dem 0:0 nur die Erkenntnis: Ohne Durchschlagskraft wird auch der schönste Ballbesitz zum Ballast. Die Eintracht muss umschalten – sonst schaltet die Konkurrenz sie ab.