Eintracht frauen kassieren 0:3-börsenkrach – arnautis sieht trotz ball-besitz-knappheit das aus noch nicht besiegelt

17 Schüsse, 63 Prozent Ballbesitz, null Tore – und trotzdem ein 0:3 gegen BK Häcken. Die Eintracht-Frauen lieferten sich am Donnerstagabend eine Lehrstunde darin, wie man Fußball spielt, ohne ihn zu gewinnen. Das Halbfinale der UEFA Women's Champions League ist nach dem Hinspiel noch nicht entschieden, aber der Schwedische Meister hat den Frankfurterinnen den Atem geraubt.

Chancenwucherung statt effizienz – das frankfurter dilemma

Trainer Niko Arnautis stand nach Abpfiff wie angewurzelt im Mixed-Zone-Floodlight. „Wir haben alles richtig gemacht – bis vor dem Tor“, sagte er mit der Stimme eines Mannes, der weiß, dass Statistiken keine Punkte einbüßen. Laura Freigang, Kapitänin und sonst erste Ansprechpartnerin für Tore, sprach das Unausgesprochene aus: „Wir haben Häcken eingeladen, uns zu schlagen.“ Die Schwedinnen kamen auf drei Torschüsse. Drei. Ein Konversionsgrad, den sich selbst Borussia Dortmund in seiner stürmischen Phase 2021 gewünscht hätte.

Die Fehlerkette beginnt bei Minute 34, als Lina Altenburg aus ihrem Torraum eilte, den Ball nicht klären konnte und Stina Blackstenius eiskalt einschob. Die zweite Katastrophe folgt per Konter, die dritte nach erneutem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung. Arnautis spricht von „Einladungen“, doch es klang nach offenen Toren in einer Festung, die man selbst gelegt hatte.

Rückspiel in schweden: frankfurt braucht ein wunder – oder drei tore

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Am kommenden Donnerstag (18:30 Uhr, live auf kicker.de) geht’s nach Göteborg. Die Eintracht muss mindestens dreimal treffen, um die Chance zu wahren. Geschichte? Kein Problem, meint Geraldine Reuteler: „Wir haben in der Gruppenphase gegen Lyon gewonnen. Warum nicht wieder?“ Die Schweizerin wischt sich die Haare aus dem Gesicht, als wolle sie auch die Zweifel wegstrafen. Doch die Frage bleibt: Wer verwandelt die Spielkontrolle endlich in Treffer?

Arnautis will die Schwäche als Lehrstück verkaufen. „Häcken hat es vorgemacht: weniger Ballbesitz, mehr Zielstrebigkeit.“ Das klingt nach einem Appell an seine Stürmerinnen, endlich die Lücke zwischen Abschluss und Abschlussqualität zu schließen. Sonst fliegt der Traum vom ersten internationalen Finale früher nach Hause als das Teamboard.

Die Zahlen sind gnadenlos: Frankfurt erzielte in den letzten fünf Pflichtspielen nur vier Tore – drei davon gegen den Tabellenletzten. Wenn sich daran nichts ändert, bleibt auch in Schweden nur die Ehrenrunde. Arnautis hat den Satz bereit: „Fußball ist Fußball.“ Und manchmal eben auch ein grausames Spiel mit dem Turbo der Effizienz.