Ebosse kassiert debakel-note, pellegrino glänzt: d'aversas torino zerbricht am eigenen selbst

Die Wut der Granata-Anhänger richtet sich nach dem 0:3 gegen Cagliari auf einen einzigen Namen: Ebosse. Unsere Reporter vor Ort verpassten dem Kameruner eine 4,5 – die schlechteste Note im kompletten Kader von Trainer D'Aversa. Auf der Gegenseite lachte nur Pellegrino: Der Argentinische Libero glänzte mit einer 6,5 und war maßgeblich daran beteiligt, dass Torino in der zweiten Halbzeit völlig ideenlos wirkte.

D'aversas system kollabiert – und mit ihm die abwehrzentrale

Was in den ersten 20 Minuten noch nach kontrolliertem Ballbesitz aussah, entwickelte sich zur Schauprofilierung individueller Fehler. Ebosse verlor 71 % seiner Zweikämpfe, sein Positionspartner Schuurs wirkte wie gelähmt. Die Folge: Cagliari traf zweimal nach Standards, einmal nach Konter – alles Szenarien, die die Torino-Trainingswoche offenbar nicht vorgesehen hatte.

Die Statistik lügt nicht: Torino kassierte in den letzten fünf Heimspielen zwölf Gegentore, in den vorangehenden fünf nur zwei. Die Krux: D'Aversa wechselte dreimal in der Dreierkette, doch keine Formation hielt länger als 60 Minuten. „Wenn du ständig umbaust, verlieren Automatismen“, sagte ein Vereinsinsider nach dem Spiel. „Die Jungs laufen sich gegenseitig vor den Kopf.“

Pellegrino nutzt die lücken und macht die kasse

Pellegrino nutzt die lücken und macht die kasse

Während Torino wankte, reagierte Cagliari eiskalt. Pellegrino spielte 48 Pässe in die Spitze – 42 kamen an. Seine 14 Balleroberungen waren Rekord in dieser Saison, kein Cagliari-Spieler schnitt besser ab. Der 1,90-Meter-Mann nutzte die Unsicherheit um Ebosse und Schuurs, um mit Tempo das Mittelfeld zu überspielen. Die 3-0-Führung kurz vor der Pause war die logische Konsequenz.

Die Zahlen spiegeln die Machtverhältnisse wider: Cagliari kam auf 1,8 xGoals, Torino nur auf 0,6. Die Granata schoss in 90 Minuten keinen einzigen Ball auf das Tor von Radunovic – ein Novum in dieser Spielzeit. Die Kurve der Heim-Fans schwappte zwischen buhen und Schweigen, einige Blockfahnen wurden eingezogen, bevor der Schlusspfiff ertönte.

Was jetzt? der klassenkampf beginnt

Was jetzt? der klassenkampf beginnt

Mit nur 24 Punkten rutscht Torino auf Platz 16, nur zwei Zähler trennen die Mannschaft vom Relegationsplatz. Die nächsten Gegner: Lecce (Auswärts), Empoli (Heim), Sassuolo (Auswärts) – alles Direktkonkurrenten. Verliert D'Aversa auch diese Partien, droht der Abstieg vorzeitig besiegelt. Die sportliche Leitung ließ durchblicken, dass bei einem weiteren Punktverlust gegen Lecce „konsequente Schritte“ folgen könnten.

Die Stimmung im Lager ist auf dem Tiefpunkt. Spieler, die sich vor Wochen noch für Europacup-Plätze offenbarten, reden nun vom „Kampf ums nackte Überleben“. Die Frage ist nicht mehr, ob D'Aversa die Kurve kriegt, sondern ob er überhaupt noch die Zeit bekommt. Die Antwort liefert der Kalender: Noch acht Spiele, ein Auswärtssieg seit Mitte Dezember. Wer so wenig Punkte holt, muss sich nicht wundern, wenn die eigne Kurve irgendwann den Schlüssel umdreht.