Di salvo nominiert baur nach – bischof bleibt kapitän der u21

Antonio Di Salvo muss zwei Tage vor dem Start in die EM-Quali seine Kiste neu sortieren. Nnamdi Collins und Noel Aseko fallen aus, Mika Baur rückt nach. Die Botschaft dahinter: Die deutsche U21 will 2027 nach Serbien/Albanien – und dafür wird jeder einzelne Punkt gejagt.

Verletzungspech vor nordirland und griechenland

Collins ging am Sonntag im Training von Eintracht Frankfurt am Sprunggelenk zu Boden. „Das Signal war klar: Es funktioniert nicht“, sagt Di Salvo. Der Innenverteidiger reiste direkt zurück, Untersuchungen laufen. Aseko meldete sich krankgeschrieben – Hannover 96 schickte eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung in den WhatsApp-Thread der Mannschaft. Fertig. Kein Drama, nur harte Realität im Leistungszentrum Kölner Mondbasis.

Die Lösung folgt innerhalb von Minuten: Mika Baur vom SC Paderborn steigt in Braunschweig ein. 1,86 m, kopfballstark, zweikampfsicher – und gerade erst 19. Di Salvo schwärmt nicht, er informiert: „Wir brauchen Jungs, die sofort Gas geben. Mika kann das.“ Eine weitere Nachnominierung schließt er nicht aus, weil die Gruppe F eng ist wie ein Korsett.

Tom bischof bleibt kommandant – und rückt ins zentrum

Tom bischof bleibt kommandant – und rückt ins zentrum

Die Kapitänsbinde bleibt an Tom Bischof. Kein Diskussionspunkt, keine Show. „Er hat es in den letzten Ländern hervorragend gemacht, spüre die Energie in jedem Gespräch“, erklärt der Bundestrainer. Gegen Nordirland und im Showdown in Athen darf der Münchner nicht nur führen, sondern auch im Mittelfeldzentrum dirigieren – Außenbahn ade. Di Salvo: „Er will vorangehen, nicht drumherum.“

Die Zahlen sprechen für den Bayern-Jungen: drei Siege, zwei Vorlagen in der laufenden Quali, 92 % Passquote. Doch die Rolle als Kapitän ist kein Statistikbaukasten, sondern ein Psychospiel. Bischofs Stimme dröhnt durch die Kabine, seine WhatsApp-Sprachnachrichten sind legendär lang – und trotzdem hört jeder bis zum Ende. Die U21 ist sein Rudel.

Gruppe f: zweikampf statt vorentscheidung

Gruppe f: zweikampf statt vorentscheidung

Am Freitag empfängt die DFB-Auswahl in Braunschweig Nordirland, vier Tage später reist sie nach Athen. Griechenland steht mit neun Punkten makellos da, Deutschland folgt mit sechs Zählern. Der Tabellenprimus hat noch kein Gegentor kassiert – ein Detail, das Di Salvo auf der Leinwand markiert hat. „Wir müssen Tore erzwingen, nicht erbeten“, sagt er trocken.

Das EM-Ticket 2027 ist gleichzeitig Olympia-Ticket 2028. Ein Zusammenhang, der in den Köpfen der Spieler langsam sickert. Los Angeles liegt noch 23 Monate in der Zukunft, doch wer jetzt fehlt, rutscht vielleicht nie wieder in den Fokus. Deshalb heißt es: Beine, Hirn, Herz – alles an Bord. Keine Ausreden, nur Ergebnisse.

Am Montagabend um 19:34 Uhr schließt Di Salvo seine Mappe. Die Entscheidungen sind gefallen, die Gruppe ist gewarnt. Wer jetzt noch fragt, ob die U21 bereit ist, hat das Spiel nicht verstanden. Die Antwort lautet: 180 Minuten, zwei Siege – oder Vergessen.