Curaçao: trainer-poker vor wm – kommt advocaat für rutten?
Schock in Curaçao! Nur einen Monat vor dem WM-Debüt gegen Deutschland schmeißt Nationaltrainer Fred Rutten plötzlich hin. Der niederländische Coach, der die Karibik-Mannschaft erst im März übernommen hatte, begründet seinen Rücktritt mit einem „ungesunden Klima“ im Team – ein klarer Seitenhieb auf den Wunsch vieler Spieler und Sponsoren nach seiner Entlassung.

Die rückkehr des alten bekannten
Hinter den Kulissen brodelte es bereits seit einiger Zeit. Die Leistungen unter Rutten waren enttäuschend – eine deutliche 0:2-Niederlage gegen China und ein blamables 1:5 gegen Australien ließen wenig Zweifel an seiner Tauglichkeit aufkommen. Nun scheint sich der Druck ausgezahlt zu haben: Dick Advocaat, der Curaçao bereits im Vorjahr erstmals zur WM führte, steht wohl kurz vor seiner Rückkehr. Der 78-Jährige, der sich zuvor um seine kranke Tochter kümmern musste, könnte bereits am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden.
Ein Wechsel mit Folgen: Sollte Advocaat tatsächlich das Ruder übernehmen, würde er als ältester Trainer bei einer WM-Endrunde den bisherigen Rekordhalter Otto Rehhagel (72 Jahre bei der WM 2010) ablösen. Die Entscheidung wurde jedoch auch notwendig, da die Bekanntgabe des WM-Kaders auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Der Verband scheint um jede Minute zu fürchten, um die bestmögliche Vorbereitung auf das Turnier zu gewährleisten.
Die Ausgangslage für Curaçao vor dem Duell mit Deutschland am 14. Juni ist somit alles andere als ideal. Rutten hinterlässt ein Team in Aufruhr, während Advocaat vor der Mammutaufgabe steht, die Mannschaft schnell zu stabilisieren und auf die anspruchsvollen Aufgaben gegen Deutschland, Ecuador und die Elfenbeinküste vorzubereiten. Ob er das schafft, wird sich zeigen – eines ist jedoch klar: Die WM in Kanada wird für Curaçao ein Nervenspiel.
