Vingegaard hadert mit giro-chaos: "trip lieber weggelassen!"
Der Giro d’Italia 2026 präsentiert seinen Titelverteidiger Jonas Vingegaard mit einer unerwarteten Herausforderung: Nicht die steilen Anstiege oder die scharfen Sprinter, sondern die logistischen Hürden der frühen Transfers scheinen den dänischen Superstar zu zermürben. Nach einer turbulenten Reise quer durch Europa äußert Vingegaard offene Zweifel am Sinn der frühen Etappen.
Ein logistisches albtraumerlebnis für teams und fahrer
Die diesjährige Route des Giro ist ungewöhnlich: Bereits nach drei Renntagen müssen die Teams einen gewaltigen Umweg von Bulgarien zurück nach Italien antreten – eine Strecke von rund 1000 Kilometern. Dafür, dass diese logistische Odyssee mitten in der Rennwoche stattfindet, hagelt es Kritik. Teams wie Lotto-Intermarché haben ihre Betreuerstaffeln aufgeteilt, um den Transfer zu bewältigen, während andere, wie Vingegaard, die Strapazen offen beklagen.
“Ich werde erleichtert sein, wenn wir am vierten Tag das italienische Festland erreichen“, gestand der sportliche Leiter Bart Wellens. “Dann haben wir das Schlimmste hinter uns, und der Stress kann etwas nachlassen.“ Die einstige Euphorie über den frühen Ruhetag verflüchtigt sich angesichts der enormen Anstrengung, die der Transport darstellt. Die Fahrer, die bereits am Sonntagabend in Catanzaro eintrafen, mussten eine Stunde Zeitverschiebung, einen zweistündigen Flug und weitere Transfers in Kauf nehmen – verbunden mit einer verspäteten Nachtruhe.
Vingegaard, der normalerweise für seine stoische Ruhe bekannt ist, brach sichtlich mit seiner Fassade: „Ich hätte den Trip lieber weggelassen“, gab er gegenüber „Feltet“ zu. Er packte Maske und Desinfektionsmittel ein, ein deutliches Zeichen für die Besorgnis um seine Gesundheit angesichts der engen Kontaktbedingungen während der Reise.
Die Reise der Teams ist nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch eine Belastung für die Fahrer. Neben dem Reisestress steht die Gesundheit im Vordergrund. Die Konzentration auf das Rennen leidet, und das Risiko von Krankheitsausbrüchen steigt.

Ein langer weg liegt noch vor den fahrern
Doch der Transfer Bulgarien-Italien ist nicht die einzige lange Reise, die die Fahrer des Giro erwarten. Nach der 20. Etappe in Piancavallo geht es zurück nach Rom, wo die Rundfahrt endet – eine Strecke, die in ihrer Länge der bereits bewältigten Strecke gleichkommt. Einige Teams versuchen, die Situation mit Humor zu nehmen, wie die Unibet – Rose Rockets, die sich am Flughafen die Frage stellten: Rot oder Weiß? Ein kleiner Trost inmitten des Chaos.
Ob Vingegaard die Strapazen überwinden und seine Titelverteidigung erfolgreich bestreiten kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Der Giro d’Italia 2026 wird in die Geschichte eingehen – nicht nur wegen seiner sportlichen Höhepunkte, sondern auch wegen des logistischen Desasters, das seine Durchführung zu einem wahren Nervenkrimi für Fahrer und Teams gemacht hat.
