Curacao kassiert 1:5 gegen australien – dfb-alarm vor wm

Zweimal angetreten, zweimal verloren. Curacao steckt im WM-Jahr tief in der Krise – und das ausgerechnet 75 Tage vor dem Duell mit der deutschen Nationalmannschaft. Das 1:5 gegen Australien in Melbourne ist kein Unfall, es ist ein Muster.

Lange passabel, dann einfach weggespült

Die Karibiker hielten sich zunächst wacker. Awer Mabil brachte die Socceroos in der 23. Minute in Führung, doch Arjany Martha glich kurz nach der Pause aus – 50. Minute, 1:1, plötzlich war das Spiel wieder offen. Dann kam die Welle. Alessandro Circati (67.), Jordan Bos (71.) und der zweifache Nestor Irankunda (80. und 84.) machten binnen 17 Minuten alles klar. Vier Tore in einer Viertelstunde. Das ist keine Niederlage, das ist ein Einbruch.

Rutten erbt ein schwieriges erbe

Rutten erbt ein schwieriges erbe

Der frühere Schalke-Trainer Fred Rutten übernahm den Job erst im Februar – als Notlösung, nachdem Dick Advocaat aus familiären Gründen zurückgetreten war. Der 78-jährige Niederländer hatte den Inselstaat in die Geschichte geführt: Curacao ist das kleinste Land, das sich je für eine WM qualifiziert hat. Jetzt sitzt Rutten in diesem Cockpit und muss das Flugzeug stabilisieren – mit wenig Zeit und noch weniger Siegen. Zwei Spiele, null Punkte, ein Torverhältnis von 1:7.

Was das für die dfb-elf bedeutet

Was das für die dfb-elf bedeutet

Am 14. Juni trifft Deutschland in der Gruppe E auf Curacao – beim XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada. Die weiteren Gegner sind die Elfenbeinküste und Ecuador. Auf dem Papier klingt das nach einem machbaren Auftakt. Aber Papier ist geduldig. Das Problem mit Curacao ist nicht, dass sie schlecht sind – es ist, dass niemand wirklich weiß, wie gut sie sein können, wenn alles stimmt. Advocaat hatte diese Mannschaft zu etwas geformt, das die Welt überraschte. Rutten hat noch keine Antwort gefunden.

Australien spielt derweil in einer anderen Welt: In Gruppe D wartet Co-Gastgeber USA, dazu Paraguay und der Sieger des Playoffs zwischen Kosovo und der Türkei. Das 5:1 war für die Socceroos kein Fingerzeig an die Welt – es war schlicht Pflichterfüllung. Für Curacao hingegen war es ein weiterer Nadelstich in einem WM-Sommer, der noch nicht richtig begonnen hat und schon wehtut.