Conte zieht mit napoli nach, mctominay trifft – jetzt wackelt inter

Ein Haken aus Cagliari, ein Sprung auf Platz zwei: Napoli kehrt in den Titelkampf zurück. Scott McTominays umstrittener Treffer beim 1:0 gegen den Cagliari Calcio war erst der Auftakt – die echte Bombe folgte nach Abpfiff. Trainer Antonio Conte warnte die Konkurrenz mit kantigem Selbstbewusstsein: „Niemand kann uns verbieten, nach vorne zu schauen.“

Napoli erfindet sich neu – und inter spürt den atem im nacken

Vor einem Monat schien die Saison gelaufen. Champions-League-Aus, Coppa-Italia-Exit, Pleite gegen Atalanta – die Partenopei taumelten auf Rang fünf. Vier Siege später stehen sie einen Punkt vor dem AC Mailand und nur noch sechs hinter der Tabellenspitze. Die Trendwende verdankt Conte drei Faktoren: Entlastung durch das Fehlen europäischer Pflichtspiele, Rückkehr verletzter Leistungsträger wie Kevin De Bruyne und Frank Anguissa sowie der eiskalten Rotation, in der Rasmus Hojlund mittlerweile Lukaku verdrängt hat.

Ostermontag kommt der AC Mailand nach Neapel. Gewinnt Napoli, rückt der Rückstand auf Inter auf drei Punkte zusammen – bei noch acht Spielen und 24 Zählern im Soll. Die Inter-Kalender dagegen brodeln: Nach dem Duell mit der Fiorentina warten Roma und Como, beide mit Champions-League-Ehrgeiz. Dazwischen droht ein zusätzlicher Pokal-Halbfinal-Kracher gegen den FC Como. Cristian Chivus Truppe muss also zweimal gegen dieselben Gegner ran, die sie in der Liga aus der Reserve locken wollen.

Contes geheimer vorteil: routine in der meisterzone

Contes geheimer vorteil: routine in der meisterzone

Fünf italienische Meisterschaften hat der Coach bereits geholt – drei mit Juve, eine mit Inter, eine bereits mit Neapel. Keine internationale Trophäe, dafür ein Muster: Seine Trainingsmethoden funktionieren nur bei durchgehendem Rhythmus. Ohne Europa-Cup-Geplänge kehrt er zurück zur täglichen Schleiferei in Castel Volturno. Die Mannschaft spürt es, die Konkurrenz auch. „Mind games?“ Conte lächelt nur. Für ihn ist es reine Taktik: Druck erzeugen, bevor der Gegner den Druck realisiert.

Die Daten liefern ihm reichlich Munition: In den letzten fünf Spielen kassierte Napoli nur noch ein Gegentor, erzielte neun. Inter kassierte in derselben Phase fünf, holte nur sieben Punkte aus fünf Partien. Die Lücke schmilzt – und Ostern wird sie entweder zudröhnen oder endgültig öffnen.

Der Rest der Saison gleicht einem Minenfeld. Bologna am 38. Spieltag könnte wieder die Endstation werden, wie schon 2017 und 2021 für Inter. Die Nerazzurri wollen vorher alles klar machen. Conte will sie daran hindern. Wer am 5. Mai die Kurve zieht, entscheidet sich auf der Insel Ischia der Druck – und auf dem Platz von San Siro oder Neapel. Die Meisterschaft ist längst nicht mehr Inters Privatparty. Die Gäste haben sich angemeldet, Napoli führt die Liste an.