Genoa-debakel: bijows patzer, vitinha versagt – karlstrom hält die fassade
Der Genoa, der vor Wochen noch von der Europa-League träumte, ist in der Serie A auf dem Rasen liegen geblieben. Bijow, der ukrainische Nationalkeeper, war beim 0:2 gegen Turin schon nach 120 Sekunden geschlagen – ein Fehlgriff, der die ganze Nacht nachhallt. Norton-Cuffy rannte, riss sich die Seele aus dem Leib, blieb aber harmlos wie ein Flugblatt. Vitinha? Ein Fremdkörper, 54 Minuten lang außerhalb des Spiels.

Solet wacht auf, karlstrom rettet den rest
Erst nach dem Seitenwechsel schaltete der französische Innenverteidiger Solet den Modus „Risikobetrieb“ ein. Zweikämpfe gewonnen, Bälle weggeschoben – zu spät, um noch ein Ergebnis zu drehen, aber rechtzeitig, um die Schmach nicht in eine Katastrophe zu verwandeln. Karlstrom, der schwedische Sechser, übernahm das Kommando. Seine Statistik: 92 Prozent Passquote, fünf Ballgewinne im Mittelfeld, ein einziges Foul. Er spielte, als stünde auf dem Scoreboard noch 0:0. Der einzige Genoaner, der die Nacht mit erhobenem Kopf verlässt.
Okoye hinter ihm war der Ruhepol. Kein Patzer, kein Zögern, nur Sicherheit. Die Art von Stabilität, die Genoa in der Defensive seit Wochen vermisst. Die Art von Stabilität, die am Ende nichts zählte, weil vorne nichts zählte.
Die Zahlen sind gnadenlos: zwei Torschüsse aufs Tor, 0,8 erwartete Tore, 38 Prozent Ballbesitz. Ein Auftritt, der keine Fragen offen lässt – außer jene nach dem Trainerstuhl. Die Curva Nord pfiff beim Abpfiff nicht mehr, sie schwieg. Schweigen kann lauter sein als jeden Buhruf.
Genoa bleibt auf Rang 14, nur drei Punkte über dem Strich. Die Europa-Träume sind abgehakt, der Abstiegsrechner beginnt zu ticken. Bijow wird sich diese Nacht noch öfter das 0:1 vor Augen halten. Die Mannschaft sich die Frage, warum erst Karlstrom anfangen durfte, als das Spiel längst verloren war.
