Chelsea green zittert vor wrestlemania: «italiens netflix-show wird weltgrößtes spektakel»
Chelsea Green sitzt im Rollstuhl, ihr Sprunggelenk in Gips – und trotzdem lacht sie. Die Kanadierin, SmackDown-Heel und Social-Media-Queen der WWE, hat den Zeitplan der Promotion vor Augen: 5. April WrestleMania, 31. Mai der erste Premium-Live-Event in Italien. «Ich werde laufen, ich werde fliegen, ich werde in Turin die Inalpi-Arena zum Kochen bringen», sagt sie knapp, als hätte sie die Verletzung schon vergessen.
Netflix-effekt: «wir sind keine show mehr, wir sind ein bewegungsbild»
Ab 1. April verschwindet das WWE-Programm hinter der Bezahlschranke – und taucht gleichzeitig in 190 Millionen Haushalzen auf. Green spielt mit den Worten wie mit einem Micro: «Larger than life? Das war gestern. Durch Netflix sind wir größer als das Leben plus Algorithmus.» Die 33-Jährige schwärmt von Tiffany Stratton, der NXT-Champion, mit der sie sich ein Dreammatch wünscht: «Sie verkörpt die neue Athletik-Ära – Power, Glamour, 24-Stunden-Content.»
Die Verletzung bei Friday Night SmackDown war ein Plot-Twist, den niemand bestellt hatte. Green selbst lacht darüber, wie über alles: «Ich spiele Böse, aber das Publikum liebt mich trotzdem. Das ist das süßeste Paradoxon der WWE.» Ihre Rolle: das Gift im Zucker, das Gift, das die Faces erst strahlen lässt. «Ohne Heel kein Pop, ohne Hass keine Kusshände.»

Turin wird zum testlabor für europäischen wrestling-boom
Clash in Italy – das klingt wie ein Code für italienische Wrestling-Fans, die seit Jahren auf eine große Arena warten. Green kennt das Land aus Urlauben mit ihrer Schwester und aus Stadien: San Siro, Stamford Bridge, Villa Park. «Europäer feuern anders», sagt sie. «Sie pfeifen, sie singen, sie trinken Espresso zwischen den Runden.» Die Rivalität Inter-Milan hat sie live erlebt – mit Trikots beider Teams. «Ich habe mich wie ein Verräter gefühlt – und es genossen.»
Die Inalpi-Arena fasst 15.000 Fans. Die WWE hat schon 12.000 Tickets in den ersten 48 Stunden verkauft. Green: «Die Zahlen sprechen eine Sprache, die selbst ein Heel versteht.»
Und das Menü? «Lasagne oder Ossobuco – unmöglich zu wählen, wie zwischen zwei Titeln.» Sie kichelt, doch der Blick wird scharf: «Am 31. Mai serviere ich in Turin mein Gericht: ein Pinfall, ein Spott-Speech, ein Bild für Netflix und die Ewigkeit.»
