Betis-kapitän ruibal: politische statements und ein überraschendes bekenntnis
Aitor Ruibal, Leistungsträger und Kapitän des Real Betis Balompié, hat in einem jüngsten Interview mit 'El País' für Aufsehen gesorgt. Der Flügelspieler sprach offen über seine politische Einstellung und die Frage, ob sich Sportler überhaupt zu gesellschaftlichen Themen äußern sollten – und traf dabei einige überraschende Aussagen.
Keine partei, aber ein klares bekenntnis zur vielfalt
Ruibal betonte, dass er sich von keiner politischen Partei in Spanien repräsentiert fühlt. „Was ich klar sagen kann, ist, dass ich keine Anhänger der extremen Rechten sein möchte“, erklärte er gegenüber Raúl Novoa. Seine Priorität liege nicht in politischen Auseinandersetzungen, sondern in sozialen Fragen. Doch was ihn wirklich beschäftigt, ist die zunehmende Aggressivität und die abwertenden Kommentare, die er und seine Kollegen erleben. „Ich verstehe nicht, warum wir beleidigt werden, indem man uns als Schwuchtel bezeichnet. Was ist daran schlimm, wenn man es ist?“, fragte er rhetorisch.
Die Diskussion über die politische Positionierung von Fußballspielern, die durch die Gespräche mit seinen Teamkollegen Borja Iglesias und Héctor Bellerín angestoßen wurde, hat Ruibal tiefgreifend beeinflusst. „Sie glaubten mehr an mich, als ich selbst es tat. Das gab mir viel Vertrauen und ließ mich über die Funktionsweise der Welt nachdenken.“
Die Frage, ob Spieler sich stärker politisch positionieren sollten, beantwortete Ruibal ausweichend: „Jeder macht, was er will. Ich beurteile das nicht. Was ich aber ablehne, ist die Ausrede ‚Ich mische mich nicht ein, weil ich Fußballspieler bin‘. Das ist doch nur eine Ausrede, um sich nicht mit unangenehmen Themen auseinandersetzen zu wollen.“

Mehr als nur fußball: ein statement gegen homophobie und für toleranz
Ruibal machte deutlich, dass er sich nicht als Sprecher einer bestimmten Gruppe versteht. „Ich bin kein Homosexueller und ich möchte nicht im Namen einer Gemeinschaft sprechen, zu der ich nicht gehöre“, erklärte er. Dennoch brachte er die Idee ins Spiel, dass ein bekannter Sportler, der sich öffentlich outet, viel Respekt und Liebe erfahren könnte. „Es wäre großartig, wenn in einem WM-Finale ein Fußballspieler einen Kuss an einen Journalisten austeilt“, träumte er.
Auch die Kritik an ihm und Borja Iglesias wegen ihrer Handtaschen führte zu einer Reflexion. Ruibal erklärte humorvoll: „Ich trage eine Handtasche, weil mein Handy nicht in meine Hosentasche passt oder weil ich mehr Dinge mitnehmen möchte. Es ist nicht viel anders als eine Bauchtasche, aber die Leute machen sich verrückt. Ich mag es, zu experimentieren und aus der Norm zu gehen. Solange es mir gut geht, ist mir egal, was andere denken.“
Neben seiner sportlichen Karriere hat Ruibal kürzlich den Fußballverein Club de Fútbol Estación in seinem Heimatort Sallent (Barcelona) gekauft. Dies zeigt sein Engagement für seine Gemeinschaft und seine Leidenschaft für den Fußball auf einer ganz anderen Ebene. Sein Statement ist ein Appell für Toleranz, Vielfalt und den Mut, für seine Überzeugungen einzustehen – auch wenn es unbequem ist.
