Emre can ballt die faust: kreuzband-op geglückt, bvb-kapitän startet comeback
Emre Can liegt im Krankenhaus, das weiße Laken bis zum Kinn hochgezogen. Die rechte Faust geballt, der Blick nach vorn – dieses Foto teilte der BVB-Kapitän am Donnerstag um 17:48 Uhr auf Instagram. Wenige Tage nach seinem Kreuzbandriss im Topspiel gegen Bayern München sendet Can ein Signal: Der Kopf ist bereits im Wiedereinstieg.
„Danke, dass so viele von euch an mich gedacht haben“
Unter dem Bild dankt der 32-Jährigen für die Flut an Genesungswünschen. Die Operation verlief laut Vereinsangaben komplikationslos. Can selbst formuliert es knapp: „Die OP ist gut verlaufen, jetzt beginnt der Weg zurück.“ Es ist dieselbe Ruhe, mit der er auf dem Platz die Mitte ordnet – nur dass sein neuer Platz zunächst die Reha-Matte ist.
Der Zeitplan steht: Mehrere Monate Pause. Doch Can will nicht nur passiv zuschauen. „Als Kapitän werde ich trotzdem alles geben, um so gut es geht für die Jungs da zu sein, auch von außen.“ Das klingt nach Mannschaftsräumen, WhatsApp-Gruppen, Fernsehbildern vom Kabinengang. Kurz: nach Führung auf zweiter Ebene.

Florian wirtz und lukas podolski feuern aus der ferne an
Die Kommentar-Spalte unter dem Post gleicht einer kleinen Nationalmannschafts-Versammlung: Florian Wirtz schickt drei Feuer-Emojis, Lukas Podolski postet „Stay strong Bruder“, Nuri Sahin schreibt auf Türkisch „Geçmiş olsun“ – möge es dir gut gehen. Auch Fábio Silva, aktuell an den BVB ausgeliehen, schickt Daumen hoch. Die digitate Umarmung zeigt: Can ist selbst außerhalb des Kaders nicht isoliert.
Isoliert wird er auch künftig nicht sein. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken bestätigte der Funke Mediengruppe, dass der Klub dem Mittelfeldspieler trotz Verletzungspause eine Vertragsverlängerung anbieten wird. Can läuft aktuell bis 2026, eine Verlängerung würde die Leistungsachse um ihn und den ohnehin jungen Kader stützen. Die Botschaft: Verletzt oder nicht – Can bleibt Gesicht des Vereins.
Die Zahmen sprechen für sich: Seit seinem Wechsel 2020 absolvierte Can 142 Pflichtspiele, verteilte 2.765 Pässe in der gegnerischen Hälfte, gewann 56 % seiner Zweikämpfe. Statistiken, die ihn momentan nicht auf den Platz bringen, aber den Wert seiner Rückkehr untermauern.
Für den BVB beginnt am Samstag die englische Woche mit drei Partien in sieben Tagen. Trainer Nuri Sahin muss die Sechser-Position neu justieren – Salih Özcan und Felix Nmecha drängen in die Startelf. Die Lücke, die Can hinterlässt, ist nicht nur sportlich spürbar. Sein Kommando, seine Präsenz, seine Erfahrung fehlt im Getümmel der Ränge.
Can selbst blickt nach vorn. „Jetzt heißt es: hart arbeiten, Schritt für Schritt zurückkommen und stärker wieder auf dem Platz stehen.“ Keine Phrasen, kein Pathos – nur eine Fist-in-the-air-Selbstverpflichtung. Wenn er im Spätsommer wieder aufläuft, wird der Rasen in Dortmund nicht nur ein neues Kreuzband sehen, sondern auch einen Kapitän, der seine Mannschaft nie wirklich allein ließ.
