Canepa räumt auf: keine krisensitzung beim fcz – aber der zeitplan tickt

Ancillo Canepa schlägt mit der Faust auf den Tisch. »Das war keine Krisensitzung, das war Dienstagabend!« Der 72-jährige Präsident des FC Zürich reagiert sichtlich verärgert auf die Schlagzeilen, die ihm seit Mittwoch durchs Büro flattern.

Die Rede war von einer Notversammlung rund um Trainer Dennis Hediger, von einem Klub am Abgrund. Canepa lacht schrill. »Jeden Dienstag sitzen wir in der Sportkommission. Manchmal auch Mittwoch. Das ist so regelmäßig wie das Schweizer Schlechtwetter.«

Der countdown läuft – trotz aller dementi

Der countdown läuft – trotz aller dementi

Dahinter verbirgt sich ein Detail, das der Patriarch nicht dementiert: Der FCZ steht vor dem größten Eigentümerwechsel seit 2003. Canepa und Ehefrau Heliane wollen spätestens 2026 abtreten. »Wir verkaufen nicht an den Höchstbietenden, wir verkaufen an den Bestgeeigneten«, betont er. Und das sei, »wenn möglich, eine Schweizer Lösung«.

Claudio Cisullo, Verwaltungsrat und Milliardär, lotet bereits Interessenten aus. Canepa will Klarheit bis im Herbst. »Ich bin 72, kein 27. Ich brauche einen Plan, kein Power-Point.«

Die Zahlen sprechen für sich: Seit fünf Spielen ohne Sieg, 19 Punkte Rückstand auf die Europa-League-Ränge. Die Fans skandieren »Hediger raus«, die Sportkommission tagt – eben jeden Dienstag. Oder Mittwoch.

Canepa bleibt hart. »Wir treffen keine Schnellschüsse. Weder beim Trainer noch beim Eigentümerwechsel.« Doch der Kalender macht ihm einen Strich durch die Rechnung: Noch 18 Runden, dann ist Saison. Und die Canepas wollen ihren Abschied planen, nicht improvisieren.