Bvb-frauen kassieren dämpfer gegen ferencváros – pokalsieger stolpern ins rückspiel

25:31. Die Zahlen brennen sich ins Kollektivgedächtnis der Borussen. Nach dem Pokal-Kuss folgt der europäische Kater. Die Handballerinnen von Borussia Dortmund verpatzen das Hinspiel der Champions-League-Zwischenrunde gegen Ferencváros Budapest und müssen am 28. März in der Puskás Aréna einen Sechs-Tore-Rückstand wettmachen, um das Viertelfinale zu erreichen.

Alina grijseels trifft, aber die abwehr schlummert

Die Alina Grijseels traf sieben Mal, doch was nützt der beste Rückraum, wenn die Ketten hinten klaffen? Die Ungarinnen um Emily Vogel – deutsche Nationalspielerin im Gegner-Trikot – liefen die Dortmunderinnen mit Tempo-Gegenstoß und klaren Kreisläufen nieder. 10:13 zur Pause war noch harmlos, nach dem Seitenwechsel zogen die Gäste auf 18:24 davon. Trainer Henk Groener wechselte die Deckungsformation dreimal, doch die Lücken blieben.

Die Statistik lügt nicht: 14 technische Fehler, nur 52 Prozent Torchancen verwandt, dazu zwei Zeitstrafen gegen Lisa Antl und Sarah Wachter. Die Bundesliga-Spitzenreiterinnen wirkten wie eingefroren, als hätten sie den Pokalsieg vom vergangenen Samstag noch in den Knochen. „Wir haben Feuer gebracht, aber keine Wand“, sagte Groener nach Abpfiff. „In Budapest müssen wir aggressiver stören, sonst fliegen wir raus.“

30 Jahre pokalfluch gebrochen – jetzt droht europas frust

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Vor einer Woche jubelte ganz Dortmund über den zweiten DHB-Pokal-Triumph seit 1997. Die Bilder von Grijseels und Co. mit der silbernen Schale gingen viral. Doch die Champions League frisst keine Gefühle, sie verlangt Konstante. Die Sechs-Tore-Differenz ist kein Weltuntergang – 2022 drehten die BVB-Frauen gegen Podgorica ein 24:29 noch um –, aber die Formkurve zeigt nach unten. Seit fünf Pflichtspielen kassierte das Team immer über 28 Gegentore.

Die Ungarinnen reisen mit Selbstvertrauen. Ferencváros beendete Gruppe B auf Platz drei, schlug Metz und Bietigheim. Im heimischen „FTC Aréna“ sind sie seit 14 Partien ungeschlagen. Das Rückspiel wird um 18:45 Uhr live auf DAZN und ZDF übertragen. Wer nicht eintritt, fliegt raus – und die deutsche Handball-Dichte im Viertelfinale schrumpft auf SG BBM Bietigheim und vielleicht Thüringer HC.

Die Pokalsieger sind gewarnt: Wer in der Königsklasse träumt, darf nicht schlafen. Am 28. März entscheidet sich, ob der BVB den Traum von der Final-Four-Ticketbuchung weiter trägt – oder ob die Saison plötzlich nur noch aus Bundesliga und Pokal besteht. Die Uhr tickt laut.