Tus ferndorf sichert sich dienstleister mit em-erfahrung: jansen bleibt bis 2028
Tom Jansen hat unterschrieben – und damit den zweitklassischen TuS Ferndorf einen Tag nach dem Saisonfinale in die Schlagzeilen katapultiert. Der 28-jährige Linkshänder aus den Niederlanden verlängert seinen im Sommer auslaufenden Kontrakt um zwei weitere Jahre bis 2028. Für die Siegerländer ein Schnäppchen: Ein 32-facher Nationalspieler, gerade erst von der Handball-EM zurück, bleibt auf der grünen Wiese.
Der transfer, der keiner war
Kein Wechsel, keine Ablöse, kein Pokerspiel. Nach nur zwölf Monaten in Ferndorf zieht Jansen durch die Hintertür die Option, die Stählerwiese zum großen, lauten Hexenkessel zu machen. Sportlicher Leiter Michael Lerscht spricht von einer „wichtigen Säule“, die nun „langfristig“ steht. Gemeint ist die rechte Rückraumachse, die Jansen gemeinsam mit Marvin Mundus bildet – und die in der 2. Bundesliga Angst einjagen könnte.
Die Zahl, die niemandem entgeht: 32 Länderspiele. Dazu ein EM-Turnier im Januar, bei dem Oranje bis ins Halbfinale schrammte. Jansen war nicht nur dabei, er gehörte zum erweiterten Kader. Für einen Zweitligaclub ist das ein Luxusproblem. „Umfeld und Mannschaft stimmen“, sagt Jansen lapidar. Kein Wort über Geld, kein Wort über Optionen. Nur: „Meine Freundin und ich fühlen uns hier sehr wohl.“

Verletzung, comeback, champions-league-traum
Zuletzt fehlte Jansen Wochen lang – ein Riss im Fasergewebe, ausgerechnet vor den entscheidenden Spielen. Doch der Niederländer arbeitet schon wieder mit der Hantel, sein Comeback steht unmittelbar bevor. Dann will er mit Ferndorf nicht nur den Klassenerhalt sichern, sondern oben mitmischen. Die Fans haben ihn vermisst, die Torschützenliste auch: Sechs Treffer gegen Hildesheim, sieben gegen Eisenach – das reichte, um ihn zum besten Ferndorfer Sniper zu küren.
Die Vertragsverlängerung kommt zur rechten Zeit. Der TuS hat sich nach dem Abstieg 2023 neu aufgestellt, investiert in Nachwuchs und TV-Präsenz. Mit Jansen bekommt Trainer Jens Baumgärtel einen Spieler, der schon in der Champions League für Gummersbach auflief und weiß, wie eng die Lücke zwischen Liga eins und Liga zwei wirklich ist. Für Lerscht ist das ein Statement: „Wir wollen nicht nur bestehen, wir wollen angreifen.“
Die Saison endete am Sonntag mit einem 29:25 gegen TuS Nettelstedt – ein Sieg, der Letzteren den Abstieg beschert. Jetzt beginnt die Planung. Und Jansen ist längst kein Geheimtipp mehr. Er ist Teil der Lösung, nicht des Problems. Die Stählerwiese kann sich auf zwei weitere Jahre lautstarker Handball freuen – und auf einen Niederländer, der beweist, dass man auch in der 2. Bundesliga großes Theater spielen kann.
