Grijseels und co. kassieren reality-check: 25:31 in budapest lässt dortmund zittern

Ein Schock, der bis in die Knochen vibriert. Borussia Dortmunds Handball-Frauen haben im Ferencvaros-Stadion die Europäische Lehrstunde erhalten, die sie nicht bestellt hatten: 25:31, sechs Tore Rückstand, und plötzlich steht der Traum vom Viertelfinale auf der Kippe.

Die szene, die alles veränderte

In der 47. Minute wirft Emily Bölk den Ungarinnen den 11:20-Dämpfer vor den Latten, Alina Grijseels schlägt die Hände überm Kopf zusammen – ein Bild, das die ganze Nacht verfolgen wird. Bis dahin hatte der BVB noch auf 19:21 herangekämpft, doch die Magierinnen aus Budapest zogen den Stecker. Drei Gegenstöße in 90 Sekunden, eine 7:2-Deckung, die Dortmunds Kreisläuferinnen wie in Zeitlupe ausmanövriert – das war kein Zufall, das war Klassenunterschied.

Trainer Henk Groener stemmte sich nach dem Schlusspfiff gegen die Resignation. „Wir haben verpennt, was Europapokal bedeutet“, sagte er mit schwerer Stimme. Die Statistik liefert die schonungslose Wahrheit: nur 48 % Trefferquote aus dem Rückraum, dazu neun technische Fehler in der ersten Hälfte – so kann man keine Playoffs gewinnen, erst recht nicht gegen ein Team, das in der Gruppenphase Barcelona die Suppe versalzen hat.

Am 28. märz droht das aus

Am 28. märz droht das aus

Jetzt steht die Saison auf dem Prüfstand. Nach dem Pokalsieg vor einer Woche schien der Himmel offen, doch die 30 Jahre alte Europafluch will nicht enden. In der Westfalenhalle wird Dortmund brauchen, was in Budapest fehlte: eine Abwehr, die auch ohne Ball funktioniert, und eine Grijseels, die nicht nur trägt, sondern trifft. Die Ungarn haben mit Emily Vogel eine Deutsche in ihren Reihen, die jeden BVB-Tick kennt – ein Vorteil, der in der Rückrunde tödlich werden kann.

Die Liga-Spitze bringt keinen Trost. Dortmund führt die Bundesliga an, doch das internationale Parkett verlangt andere Tugenden. Die 31 Gegentore waren kein Ausrutscher, sondern ein Spiegel. Wer den Henkelpokal holt, muss auch Europas Feuertaufe bestehen – sonst bleibt der Pokalsieg nur ein hübscher Fleck auf der Weste.

Die Uhr tickt. In sechs Tagen entscheidet sich, ob der BVB weiter um Krone spielt oder als Pokal-Held nach Hause fährt. Die Rechnung ist simpel: sieben Tore Vorsprung aufzuholen ist möglich, aber nur, wenn Dortmund endlich zeigt, dass es mehr ist als ein deutscher Frühjahrstraum.