Bvb kassiert späte k.o.-faust – meisterschaft nur noch theorie

Ein Schlenzer von Joshua Kimmich in der 88. Minute schickt den BVB nicht nur zu Boden, sondern auf die hintere Rangliste der Realisten. Die 2:3-Heimpleite im Topspiel bedeutet: 11 Punkte Rückstand auf den FC Bayern, Resthoffnung gleich Null.

Kovac zieht die bilanz: „wir haben den anschluss verspielt“

Niko Kovac stand nach Abpfiff wie angewurzelt im Strafraum, die Hände in den Hosenbund gestemmt. Sein Fazit fiel so nüchtern aus wie die Tabelle: „Wer so verteidigt, darf nicht über Platz eins reden.“ Tatsächlich hatte Dortmund 1,8 xG kreiert, den Bayern aber drei Big Chances geschenkt – ein Verhältnis, das Meister werden will, aber nicht kann.

Die Schreckensbilanz der Saison liest sich wie eine Abschiedsmail: Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Leverkusen – daneben. Champions-League-Aus gegen Bergamo – daneben. Und jetzt auch noch die virtuelle Meisterentscheidung – daneben. Etwa elf Millionen Euro Prämie fehlen laut Klub-Chef Hans-Joachim Watzke bereits in der nächsten Liquiditätsplanung.

Was bleibt? zweiter platz und ein pokal aus zahnrädern

Was bleibt? zweiter platz und ein pokal aus zahnrädern

Die einzige verbliebene Motivation heißt Champions-League-Quali, sprich: Platz zwei. Denn Rang drei würde die ohnehin klaffende Finanzlücke noch größer reißen. „Wir wollen 60 Punkte“, sagt Kovac. Noch fehlen acht aus den verbleibenden zehn Spielen – eine Zielmarke, die selbst der pünktliche Rückkehrer Marco Reus nicht mehr als großes Finale verkaufen kann.

Am 1. April folgt das nächste Endspiel – in Berlin gegen Union. Dort gilt es, die Heimstärke der letzten sieben Spiele (sechs Siege) mit auf die Reise zu nehmen, sonst wird die Saison zum Puzzle mit fehlenden Teilen. „Wir müssen jetzt jeden Gegner so angehen, als wäre er Bayern“, forderte Salih Özcan im Mixed-Zone-Gewusel. Die Worte klangen nach Kampfansage, aber auch nach Einsicht: Der 25-Punkte-Abstand von 2025 ist zwar geschmolzen, doch die Qualitätskluft bleibt ein Gletscher.

Fazit: Der BVB darf weiter träumen – aber nur noch vom zweiten Platz. Die Meisterschaft ist Geschichte, bevor die erste Frühlingsblume auf dem Südtribünen-Vordach erblüht. Wer jetzt noch von Titeln spricht, fliegt aus der Realität – und das nicht einmal auf Anschlussflug.