Hamilton packt aus: „dieses ferrari-jahr trägt meine dna“
Lewis Hamilton fühlt sich in Maranello angekommen – und das meint er wörtlich. Nach 14 Monaten Arbeit am Simulator, im Windkanal, mit Ingenieuren, die er namentlich kennt, sagt er: „Dieses Auto trägt mein DNA-Fingerprint.“ Der Brite baut nicht nur eine Rennmaschine, er baut sich neu auf.
Die Niederlage 2024 schmerzt noch. Weltmeister mit Ferrari – das Ziel verfehlt. Doch statt zu lamentieren, schaltet Hamilton einen Gang höher. „Man muss sich in den Spiegel schauen, die richtigen Fragen stellen, auch die unbequemen.“ Das klingt nicht nach PR, das klingt nach Therapie. Seine Methode: Er liest Mandela, zitiert Senna, produziert einen Hollywood-Film und gründet Stiftungen wie andere neue Schuhe kaufen.
Die stiftung ist kein alibi, sie ist rache
46 britische Projekte, drei in Brasilien, weitere in den USA – Mission 44 ist ein Netzwerk gegen Ausgrenzung. Hamilton kennt das Gefühl, als „anders“ abgestempelt zu werden. Schulverweis, obwohl unschuldig. „Der Rektor wollte nicht, dass ich Erfolg habe.“ Jetzt schickt er Mädchen in Ingenieurstudien und schwarze Mechaniker in die Boxengasse. „Wenn du es nicht siehst, glaubst du nicht, dass es möglich ist.“
Beim Film „F1“ verlangte er eine Frau als Leiterin der Aerodynamik. Er fragt nicht, ob das gut ankommt, er verlangt es einfach. Die Nachrichten in seinem Postfach: Hunderte Mädchen wollen jetzt Luftkanäle berechnen statt Lippenstift testen.
Leclerc? teamkollege, nicht feindbild
Spekulationen über interne Kriege weist Hamilton mit einer Handbewegung beiseite. „Ferrari ist ein Auto, kein Zeltlager.“ Charles Leclerc sei „großartig“, und die 2026er-Basis liege längst auf seinem Schreiben. Wer jetzt noch Zwietracht säht, versteht nichts von der DNA, die Hamilton meint: Die aus Karbon, Schweiß und einer Prise Rache an allen, die ihn unterschätzt haben.
Der Chinese nennt 2026 das Jahr des Feuerpferdes – Symbol für Freiheit. Hamilton lacht: „Ich reite direkt darauf, Gas aufdrehen, Druck abwerfen.“ Dann packt er seine Boxhandschuhe ein, fliegt nach Shanghai und lässt die Oscars in Hollywood liegen. „Ich habe keinen Dress für die Gala, ich habe einen Helm für die Pole.“
Ende des Jahres will er nicht auf dem roten Teppich stehen, sondern auf der Podiumsstufe. Mit einem Auto, das ihn trägt – und das er mitträgt. Die DNA ist angelegt, der Countdown läuft.
