Biathlon-traum zerbricht: hettich-walz beendet karriere
Ein bitteres Ende für Janina Hettich-Walz: Nach ihrer emotionalen Rückkehr aus der Babypause und dem verpassten Medaillen-Traum bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina, hat die deutsche Biathletin nun das Aus ihrer Karriere verkündet. Der Plan, mit Tochter im Schlepptau auf das Podium zu fahren, scheitert – und mit ihm ein Lebensabschnitt.
Die enttäuschung lastet schwer
Die 29-Jährige spricht offen über die Enttäuschung, die sie nach den Spielen überwältigte. „Die Enttäuschung war schon sehr groß. Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach“, gestand sie im Gespräch mit dem SWR. Es war ihre letzte Chance, wie sie selbst zugab. Eine Olympia-Teilnahme 2030 kommt für sie damit nicht in Frage.

Respekt von kolleginnen: ein kraftakt
Was Hettich-Walz in den vergangenen zwei Jahren geleistet hat, verdient höchste Anerkennung. Viele Kolleginnen äußerten sich beeindruckt: „Krass, dass du das gemacht hast, ich könnte mir das während der Karriere nicht vorstellen.“ Schwangerschaft, Babypause und das Comeback auf höchstem Niveau – das ist ein Kraftakt, der unvorstellbar viel Disziplin erfordert.
„Es gehört ein hartes Stück Arbeit dazu, wieder zurückzukommen“, so Hettich-Walz. Und auch der Wunsch nach einer weiteren Familie spielt eine Rolle. „Ich möchte irgendwann ein weiteres Baby, und mit zwei Kindern kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.“

Saisonrückblick: laufen gut, schießen schwach
Sportlich gesehen war die Saison durchzogen. Hettich-Walz bewertete ihre Leistung mit einer „Zwei bis Drei“. Stärken zeigte sie im Laufen (Note Eins bis Zwei), während das Schießen zu kämpfen hatte (Note Fünf). Die Trefferquote sank von einst beeindruckenden 87,7 Prozent auf 82,4 Prozent. Ein deutlicher Rückgang für eine Athletin, die einst zu den präzisesten deutschen Schützinnen zählte.
Ihre Silbermedaille im Einzelrennen bei der WM 2024 in Nove Mesto markierte den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere – ein Erfolg, der nun in einem stillen Abschied kulminiert. Die Entscheidung, ihre Karriere zu beenden, ist getroffen, und damit schließt sich ein Kapitel in der deutschen biathlon-Geschichte.
