Biathlon-traum zerbricht: hettich-walz beendet karriere
Ein schmerzlicher Abschied vom biathlon: Janina Hettich-Walz (29) hat nach ihrer Rückkehr aus der Babypause eine bittere Erkenntnis ziehen müssen – die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina werden ihr letztes großes Turnier sein. Der Traum von einer Medaille ist geplatzt, und damit schließt sich ein Kapitel in ihrer beeindruckenden Karriere.
Die enttäuschung nach verpassten chancen
Die gebürtige Erzgebirgerin kehrte nach der Geburt ihrer Tochter mutig in den Weltcup zurück, mit dem klaren Ziel, bei den Olympischen Spielen zu glänzen. Doch die Saison verlief sportlich durchwachsen, mit einem Gesamtweltcup-Rang von 17 und einer selbstkritischen Bewertung von „Zwei bis Drei“. Ihre eigene Einschätzung: „Im Laufen eher eine Eins bis Zwei und im Schießen eine Fünf.“ Die Trefferquote am Schießstand sank von einst beeindruckenden 87,7 Prozent auf 82,4 Prozent – ein deutlicher Hinweis auf die Schwierigkeiten, nach der Babypause wieder an ihr früheres Leistungsniveau anzuknüpfen.
„Die Enttäuschung war schon sehr groß“, gestand Hettich-Walz im Gespräch mit dem SWR. „Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach.“ Die gebotene Respekt von Kolleginnen, die ihre Leistung bewunderten – „Krass, dass du das gemacht hast, ich könnte mir das während der Karriere nicht vorstellen“ – unterstreicht dennoch das Ausmaß ihrer Leistung. Ein Comeback nach Schwangerschaft und Babypause ist kein Sprint, sondern ein Kraftakt, wie sie betont: „Es gehört ein hartes Stück Arbeit dazu, wieder zurückzukommen.“

Familie geht vor: die entscheidung für die zukunft
Doch die sportlichen Aspekte sind nicht die einzigen Gründe für ihr Aus. Hettich-Walz blickt bereits über den Tellerrand hinaus und plant ihre Zukunft als Mutter. „Ich möchte irgendwann ein weiteres Baby, und mit zwei Kindern kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen“, erklärt sie. Und fügt hinzu: „Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre – und dann kommt das Ende meiner Karriere.“ Damit schließt sie eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2030 kategorisch aus. Die Familie hat Priorität.
Ihren größten Erfolg feierte Hettich-Walz im Jahr 2024 bei der WM in Nove Mesto, wo sie im Einzelrennen die Silbermedaille gewann. Eine Leistung, die sie für immer in Erinnerung behalten wird, auch wenn sie nun den Traum von einer weiteren Medaille begraben muss. Das biathlon verliert eine Kämpferin, die mit Herz und Leidenschaft dabei war.
Die Entscheidung ist gefallen, und Janina Hettich-Walz blickt nach vorne – auf eine Zukunft, in der ihre Tochter und vielleicht bald auch ein zweites Kind im Mittelpunkt stehen. Eine Zukunft, die vielleicht nicht die Olympischen Spiele beinhaltet, aber dennoch voller Freude und Erfüllung sein wird. Ihre Karriere hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Eine Athletin, die für ihren Mut bewundert wird, zurückzukehren und sich den Herausforderungen zu stellen.
