Bernabéu wird zur tennis-arena: stars trainieren im madrid-stadion
Madrid schraubt sich
in der letzten Aprilwoche und den ersten Mai-Tagen auf Tennis-Turbo. Die Caja Mágica bekommt Verstärkung: der Santiago Bernabéu verwandelt sich morgens in einen Trainingstempel für die Weltspitze. Von 23. bis 30. April rollen Alcaraz, Sabalenka & Co. ihre Rackets über das Grün, das sonst Ronaldo gehört.
Warum der fußball sein bett dem tennis überlässt
Real Madrid reist. Nach dem Heimspiel gegen Alavés am 21. oder 22. April wird der Rasen abmontiert, die Tribüne zur Showbühne. Drei Liga-Auswärtsspiele in Folge – Betis, Espanyol, Camp Nou – machen das möglich. Sollten die Blancos den FC Bayern aus der ChampionsLeague werfen, steht auch das Halbfinale-Hinspiel (28./29. April) auf fremdem Terrain. Das Stadion bleibt frei, das Hotel Eurobuilding einen Katzensprung entfernt. Kein Shuttle, keine Staus – die Stars laufen zu Fuß zum Court.
Die Rechnung der Veranstalter geht auf. Die NFL war ein Testlauf, bald steht ein Topuria-Fight an, die NBA schielt auf Madrid. Der Bernabéu wird zur Multi-Event-Plattform, das Turnier zur perfekte Werbetafel. Carlos Alcaraz schwärmt schon: „Eine verrückte Kulisse – das gibt Extrageschwindigkeit.“
Defending Champion Casper Ruud und die unangefochtene Queen Aryna Sabalenka müssen sich neu einspielen – auf 1.000 Megapixel LED-Wand, 360-Grad-Sound und 80.000 schwarz-weiße Sitze, die sonst Galaktische jubeln. Die ersten Bälle fliegen, bevor die Stadt aufwacht. Um 10 Uhr ist Training, um 14 Uhr schon wieder Fußball-Taktik im Umkleidebereich, der nachts zum Konferenzraum wird.
Die Zahren? Keine offiziellen, aber interne Schätzungen sprechen von 300.000 Zuschauerkontakten durch Trainingseinheiten, Social-Media-Reichweite in dreistelliger Millionenhöhe und einem Wirtschaftsfaktor, der den Vorjahreswert um 18 Prozent übertrumpft. Madrid kassiert Image, die Spieler Prestige, der Klub die nächste Miete. Der Rasen? Der kommt zurück – rechtzeitig zum Duell mit Real Oviedo am 13. Mai.
Der Sport wird immer schneller, die Arenen immer flexibler. Wer denkt, Fußball und Tennis würden sich beißen, irrt. Im Bernabéu tanzen sie bereits Hand in Hand – und der Countdown läuft: noch sieben Tage, dann steht die erste Aufschlag-Seherfahrung im Fußballtempel.
