Bensebaini bestraft nmecha-blackout und schießt dortmund zum 3:2-krimi

Die Westfalen lagen 0:2 zurück, vergaben den ersten Elfmeter und schienen gegen den HSV auf dem Abstellgleis. Dann trat Ramy Bensebaini zweimal vom Punkt an – und machte aus Felix Nmechas Debakel den 3:2-Sieg.

0:2, Elfmeter-patzer, ausgleich in der 78.: das spiel kippte in 180 sekunden

Philipp Otele träumte 45 Minuten lang von seinem ersten Bundesligator, das Hamburg 2:0 führte und die alte Dortmunder Lebensversicherung Gregor Kobel flog aus. Niko Kovač hatte in der Kabine nur eine Botschaft: „Wir spielen sofort mit zwei Spitzen.“ Serhou Guirassy und Bensebaini kamen, Guirassy stocherte den Anschlusstreffer über die Linie, Bensebaini verwandelte zwei Strafstöße (73., 84.) und schoss die Schwarz-Gelben auf neun Punkte Vorsprung vor dem VfB Stuttgart.

Die Zahlen sind bissig: Drei Elfmetertore an einem Abend, zwei davon verwandelt von einem Mann, der in seiner Karriere noch nie daneben geschossen hat. Der HSV kassierte die erste Niederlage nach drei ungeschlagenen Spielen, bleibt aber sechs Punkte über dem Strich. Trainer Merlin Polzin atmete trotzdem durch: „Wenn wir so auftreten, kriegen wir die Punkte, die wir brauchen.“

Nmecha versenkt sich – und findet keine antwort

Nmecha versenkt sich – und findet keine antwort

Felix Nmecha wird diese Partie nicht vergessen. Er verlor den Ball beim 0:1, verschuldete mit einem Foul an Beier den ersten Penalty und schoss ihn selbst – weit drüber. „Ich habe mir die Verantwortung genommen, weil ich den Ausgleich wollte“, sagte er später. Die Entscheidung war mutig, das Ergebnis ein Debakel. Kovač nahm ihn trotzdem nicht runter: „Er soll lernen, mit Druck umzugehen.“ In der 84. Minute klatschte Bensebaini den zweiten Foulelfmeter ins selbe Eck – und Nmecha stand mit leeren Händen da.

Der BVB bleibt damit das einzige Team, das in dieser Saison neun Punkte hinter Bayern liegt und trotzdem nur vom Rekordmeister geschlagen wurde. Nach der Länderspielpause geht es gegen Stuttgart – und plötzlich zählt jeder Punkt im Kampf um die direkten Champions-League-Plätze. Hamburg reist nach Augsburg, wo ein Sieg den Vorsprung auf die Abstiegszone auf neun Punkte erhöhen würde. Die Saison ist noch lang, aber nach diesem Krimi wissen alle: Elfmeter sind kein Roulette, wenn Bensebaini am Ball ist.