D'aversa stemmt sich nach san-siro-niederlage: „wir haben milan gebeutelt“

Er kam, sah und kassierte – doch Roberto D’Aversa verließ San Siro mit erhobenem Kopf. Die 1:2-Niederlage seines FC Turin gegen den AC Milan biss sich zwar in die Zähne, doch der Coach zog ein verblüffendes Fazit: „Wir haben die Zweitplatzierten der Liga an die Wand gespielt.“

Die sieben minuten, die alles kaputtmachten

Knackpunkt war ein Kurzschluss nach der Pause. Zwischen der 47. und 54. Minute drehte Milan zweimal auf, Turin reagierte wie gelähmt. „Die Jungs haben den Modulumschwung nicht mitbekommen, ich konnte von der Bank nicht durchrutschen – da war Funkstille“, sagt D’Aversa. Sein Vorwurf: „In dieser Phase müssen wir lernen, nur eins zu kassieren. Dann läuft es anders.“

Die Statistik gibt ihm Recht: In elf der letzten 14 Spiele kassierte der Toro mindestens zwei Gegentore. Die Folge: Tabellenplatz 13, nur drei Punkte über dem Strich. D’Aversa kennt die Hausaufgabe: „Wenn wir unsere Chancen vorne nutzen, müssen wir hinten dieselbe Effizienz haben. In Italien entscheidet die Tordifferenz über die Hierarchie.“

Stolz statt frust: der glaspalast ist zu drei vierteln voll

Stolz statt frust: der glaspalast ist zu drei vierteln voll

Trotzdem straft der Coach alle Jammer-Meter Lügen. „Das Glas ist zu 75 Prozent voll. Das letzte Viertel steht für das Ergebnis, nicht für die Leistung“, betont er. Seine Spieler hätten Milan physisch überrannt, 15 Balleroberungen im gegnerischen Drittel, 54 % Ballbesitz in der ersten Hälfte – Werte, die gegen die Rossoneri selten stehen.

Besonders Vlasic hob er hervor: „Er hat Modric und Rabiot die Show gestohlen, ein Jahrhundertspiel.“ Auch Simeone lobt er trotz Adduktor-Problemen: „Ein Riese, der für die Gruppe brennt.“

Die Botschaft ist klar: Turin ist wieder zur Raubkatze mutiert, nicht mehr nur der lahme Toro der Vorsaison. In 28 Tagen hat D’Aversa aus der Genoa-Pleite eine Mannschaft gezimmert, die mit Lazio, Neapel und Milan um jeden Meter kämpft. „Wir spielen jetzt als Kollektiv, nicht als Einzelkämpfer“, sagt er. Noch fehlt das Finale vorne und hinten – doch der Weg stimmt. Die Kurve zeigt nach oben, selbst wenn die Tabelle es noch nicht zeigt.