Bayern demütigt real im bernabéu – doch ein detail ätzt an nagelsmann

Der FC bayern zog im Bernabéu den Stecker – und Real Madrid plötzlich den Boden unter den Füßen weg. 2:1 in Madrid, 60 Minuten lang eine Monolog-Partie der Münchner, ehe Vinicius und Mbappé kurz vor der Pause doch noch ein Lebenszeichen setzten. Die Königlichen wankten, doch sie kippten nicht. Manuel Neuer parierte wie ein Torhüter, der sich weigert, in dieser K.o.-Runde in Rente zu gehen.

Spanische presse schreibt vom 'schlechtesten tag' – und meint madrids mittelfeld

Die Marca spricht von einem 'Hoffnungsschimmer', den Mbappé noch zündete, doch die Zahlen dahinter sind gnadenlos: 1,8 erwartete Tore für die bayern, 0,9 für Real. Die AS zitiert Jude Bellingham, der nach Abpfiff nur den Kopf schüttelte: 'Sie laufen uns einfach weg.' Und El Mundo Deportivo bilanziert: 'Die Deutschen waren überlegen, aber sie haben es versäumt, die Vorentscheidung zu erzwingen.'

Das ist der Stachel, der Nagelsmann nagt. Seine Mannschaft dominierte die Räume, spielte 47 Minuten mit einem Extra-Mann im Zentrum – Konrad Laimer riss dreimal das Spiel zurück, ehe die Madrilenen überhaupt reagierten. Doch statt des 0:3 stand plötzlich 1:2 auf der Anzeigetafel, weil Alphonso Davies eine klare Kontersituation verschuldete und Vinicius das 1:1 vorbereitete. Die Kurve zeigt: Bayerns Ballbesitzquote stieg von 58 auf 71 Prozent – und genau in dieser Phase kassierte der FCB das Tor.

Neuer rettet mit fuß und faust – und mit daten

Neuer rettet mit fuß und faust – und mit daten

Der Kapitän wehrte sieben Schüsse ab, drei davon aus kürzester Distanz. Opta notiert 3,2 verhinderte xGOT (expected goals on target) – ein Wert, der in dieser Saison nur Gregor Kobel in der Bundesliga einmal übertraf. 'Wenn Manuel so auflegt, brauchst du vorne nicht zwingend 80 Prozent Torchancenverwertung', sagt Harry Kane im Mixed-Zone-Gestammel, 'aber wir hätten das Spiel vorzeitig killen müssen.'

Die Prognose für das Rückspiel? Die Buchmacher haben bayern auf 1,55 gesenkt, Real steigt auf 5,00. Doch die Statistik mahnt: Die letzten fünf Heimspiele der Münchner gegen spanische Teams endeten dreimal mit einem Tor Unterschied. Das 2:1 ist kein Polster, es ist eine Einladung zur Rebellion. Carlo Ancelotti wird in der Allianz Arena auf Eduardo Camavinga und Ferland Mendy zurückgreifen, um die Außenbahnen zu dichten. Nagelsmann muss entscheiden, ob er Leroy Sané von Beginn an bringt – oder erneut auf Kingsley Coman setzt, der gegen Lucas Vázquez die meisten Dribblings gewann (6/8).

Die Quintessenz: Wer im Bernabéu gewinnt, hat noch längst nichts gewonnen. Die bayern wissen das, sie haben 2018 noch das 1:2 aus Madrid mitgenommen – und sind danach trotzdem ausgeschieden. Die Spanier wissen es auch, sie holten 2014 ein 0:4 gegen Dortmund auf. Das einzige, was zählt, ist das nächste 90 Minuten. Und in München wird die Luft dünner sein als in 3 600 Meter Höhe.