Schiedsrichter-skandal in italien: inter-manager im visier
Der italienische Fußball steht erneut im Fokus eines Skandals. Im Zuge der Ermittlungen um Manipulationen im Schiedsrichterwesen hat die Staatsanwaltschaft nun eine neue, zentrale Figur ins Visier genommen: den sogenannten „Club Referee Manager“.

Die rolle des managers: vermittler zwischen verein und schiedsrichter
Diese Position, die von immer mehr Vereinen der Serie A besetzt wird, ist neu und birgt offenbar Risiken. Der Manager fungiert als Ansprechpartner für Schiedsrichterfragen, erklärt Spielern neue Regeländerungen und kümmert sich um die logistischen Aspekte bei Heimspielen. Wichtig: Direkter Kontakt zum Schiedsrichterdesignator ist ihm jedoch verboten. Stattdessen agiert Andrea De Marco, vom FIGC ernannter Vermittler, als Schnittstelle zwischen den Vereinen und der Schiedsrichterorganisation.
Im Zentrum der Ermittlungen steht nun Giorgio Schenone, der Club Referee Manager von Inter Mailand. Laut einem abgefangenen Gespräch mit Rocchi, dem ehemaligen Koordinationsbeauftragten der Schiedsrichter, soll Schenone eine Schlüsselrolle gespielt haben. Die Staatsanwaltschaft wird ihn als „Zeugen“ befragen, um seinen Informationsstand zu klären. Eine Indizierung erfolgt bislang nicht.
Doch Schenone ist nicht der Einzige. Die Ermittler wollen weitere Vereine aushorchen, um das gesamte Netzwerk und die Funktionsweise dieser neuartigen Positionen aufzudecken. Welche Vereine setzen bereits auf einen „Club Referee Manager“? Die Liste ist erstaunlich: Lazio mit Riccardo Pinzani, Juventus mit Riccardo Maggiani und Parma mit Lorenzo Manganelli. Alleamt haben in der Vergangenheit bereits im Schiedrichterwesen Erfahrungen gesammelt.
Die Ermittlungen basieren auf einer Reihe von Anzeigen, die seit Oktober 2024 bei der Mailänder Staatsanwaltschaft eingegangen sind, vor allem von ehemaligen Schiedsrichtern und einem fan-Anwalt des Veronese-Clubs. Im Kern der Vorwürfe steht ein System von „Lieblingen“ unter Rocchi, die bevorzugt behandelt wurden, während andere benachteiligt wurden. Die Frage ist: Wie weit reichte die Einflussnahme?
Die Vernehmungen von Nasca und Di Vuolo, ehemaligen VAR- und AVAR-Beauftragten im Inter-Verona-Spiel, lieferten bereits zusätzliche Hinweise. Rocchi selbst hat sich aus den Ermittlungen zurückgezogen.
Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs und die Gefahr von Vetternwirtschaft. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Enthüllungen die Ermittlungen noch hervorbringen werden. Die Glaubwürdigkeit des italienischen Fußballs steht auf dem Spiel.
