Ayuso knallt zurück: trotz schmerzen will er die baskenland-rundfahrt erobern
Juan Ayuso tritt wieder ans Startband – und das mit gebrochenen Rippen im Gepäck. Nach seinem Sturz in Paris-Nizza trainierte der Spanier tagelang mit Schmerzpflaster statt Powerdaten. Jetzt meldet sich der Lidl-Trek-Kapitän in der Itzulia Basque Country zurück, sechs Tage Vollgas durch 29 Anstiege, 810 km, ein Feld voller Weltmeister.

Das comeback beginnt in bilbao
Die Zahlen klingen harmlos: 1,5 cm Riss im linken Rippenbogen, 14 Tage Zwangspause, drei Sitzungen im Windkanal. Doch hinter den Werten steckt ein Radfahrer, der sich selbst neu erfindet. Ayuso fuhr 2024 hier schon mal das Gelb nach Hause, diesmal soll es die Rache für die abrupt gebremste Frühjahrsshow werden. „Er schläft mit Eis, steht mit Ehrgeiz auf“, sagt Teammanager Kim Andersen. Die Ärzte haben ihm ein Ultimatum gesetzt: keine Sekunde über 90 % der maximalen Herzfrequenz, sonst droht ein erneutes Hämatom. Die Taktik: erste drei Etappen mit dem Peloton, dann auf den Muren von Eibar und Arrate zustoßen.
Die Konkurrenz schläft nicht. Roglic will seine erste Itzulia seit 2021, del Toro seine erste WorldTour-Katapult, Seixas seine erste Profi-Sensation. Dahinter lauern Skjelmose, Landa, Uijtdebroeks – ein Who-is-Who der Kletterspezies. Für Ayuso heißt das: Keine Rückversicherung, nur Vorwärts. „Wenn er in der Top-5 liegt, ist das ein Erfolg“, so Andersen, „wenn er gewinnt, ein Wunder.“
Die Strecke passt wie ein maßgeschneiderter Anzug: kurze, steile Rampen, keine 30 km-Etappen à la Tour, dafür fünf Zielankünfte auf Anhöhen. Die Wetterkarte droht mit Regen, genau das, was Ayusos Rippen schreien lässt. Aber er hat eine Geheimwaffe: Die neue 10-33er Kasette, entwickelt mit SRAM, erlaubt ihm 5 % höhere Trittfrequenz bei 8 % weniger Drehmoment – Schmerzreduktion durch Technik.
Spanien blickt gebannt. Ohne Pogacar, ohne Vingegaard könnte dies die Bühne werden, auf der ein 22-Jähriger seine eigene Marke lanciert. Die Itzulia ist sein Labor, die Berge sein Katalysator. Blutwerte okay, Moral besser. Am Sonntag startet die Jagd, am Freitag könnte Gelb wieder an seinem Arm baumeln. Die Rippen werden knacken – und vielleicht auch die Konkurrenz.
